Bericht Sommerakademie 2016

18. bis 25. September 2016, Schloss Elmau

Eine Wanderung. Umrahmt von den Alpen, im gemütlichen Schloss und völliger Ruhe begaben wir uns auf die Wanderung. Wohin? Zu uns selbst. Jeder für sich, und doch unter Anleitung. Leadership mal anders. “Höre auf dein Inneres!”, “Sei du selbst!” - derartiges hört man allzu häufig, ohne jedoch immer zu wissen, wie das eigentlich funktionieren soll. Oft sind es das persönliche Umfeld, vergangene Erlebnisse oder sonstige Einflüsse, die den zu gehenden Weg beeinflussen. Um Abstand hiervon zu gewinnen, bietet Schloss Elmau in seiner abgeschotteten Lage und seinen traumhaften Anlagen den optimalen Rahmen. Ein Fazit vorab: Diese Wanderung war für jeden von uns ein Gewinn.

Unsere Bergführer hießen Professor Bordt SJ und Johannes Lober. Mit Erfahrung, Humor und wenn nötig wohlmeinenden Mahnungen halfen Sie uns, die Route zu finden. Alles kann, nichts muss, jeder in seinem eigenen Tempo und mit eigenem Ziel. Regelmäßige Meditation, Yoga, tägliche, aufeinander aufbauende Themenschwerpunkte und Gespräche in der Gruppe wie auch einzeln waren die Werkzeuge, die sie uns an die Hand gaben und deren Umgang wir erlernten. Ohne Dogma und Esoterik, dafür allerdings mit intensiver Beschäftigung mit uns selbst lernten wir durch Yoga und Meditation spannende, neue Wege zu uns selbst kennen.

Jeder trug hierbei seinen eigenen Kompass. Jeder kam aus seiner eigenen Richtung, ganz gleich ob Anfang Masterstudium oder mit ein paar Jahren Berufserfahrung. Jeder hatte seine eigenen Fragen im Gepäck, teils konkrete Entscheidungen, teils vage Orientierungsfragen. Für alle von uns lag der Anfang - wie auch die Landschaft um Elmau zu Beginn der Akademie - im Nebel. Mit jedem Schritt und jedem Tag in Elmau lichtete sich dieser aber ein wenig.

Die Umgebung hätte großes Potential für eine entspannte Urlaubswoche geboten. Von außen könnte sie vielleicht sogar so ausgesehen haben. Sie war allerdings, ganz im Gegenteil, durchaus herausfordernd. Die ständige und intensive Beschäftigung mit uns selbst, das Nachhaken und Reflektieren, Wahrnehmen und Lernen erwiesen sich als Anstrengung, die man sonst kaum unternimmt, die überraschend kräftezehrend ist, die sich aber auch als gleichermaßen bereichernd erwies. Neben der Bereitschaft hierzu erfordert sie auch den entsprechenden Rahmen, eine gewisse Abschottung von der Außenwelt, Freiheit vom Tagesgeschäft. Elmau ermöglichte uns dieses par excellence. Eigene Wanderungen und Ruhezeiten im Spa wurden so zu wertvollen Stunden, aus denen jeder für sich viel mehr als körperliche Entspannung ziehen konnte. Sie brachten uns weiter auf dem Weg, den wir uns selbst wählten.

Umrahmt wurde die Wanderung durch spannende und inspirierende Gäste, die uns als Gruppe jeweils für ein paar Schritte begleiteten. Spannend war, dass sie, obwohl sie alle sehr viel in ihrem Leben erreicht hatten, immer ihrem eigenen Kompass gefolgt waren. Die Gäste waren es auch, die eindeutig zeigten, weshalb die Frage nach der eigenen Persönlichkeit unabdingbar für die Antwort nach gutem Leadership ist. Es gibt keinen Königsweg, keine winning strategy, um die perfekte Führungspersönlichkeit zu werden. Inspiration von außen ist durchaus wichtig, letztendlich zählt allerdings die Fähigkeit, diesen nicht getrieben durch externe Faktoren sondern basierend auf der eigenen Persönlichkeit formen zu können. Nur so hat man die Kraft auch Inspiration und Antrieb für andere zu sein.

Was bleibt nach der Woche? Sicherlich der Dank an die Karl Schlecht Stiftung für die Ermöglichung dieser Wanderung. Dank an Herrn Professor Bordt SJ, Johannes Lober und jeden einzelnen Referenten. Dank an die Gruppe für die offenen, vertrauensvollen, spannenden und auch spaßigen Tage. Und abschließend die Gewissheit, dass die Wanderung weitergeht, nach eigenem Kompass, niemals ganz ohne Nebel, aber immer mit dem nächsten Schritt.

Für die Teilnehmer der Akademie im September 2016: Maximilian Igl, Anna-Lena Schindl und Jörg Schwarzrock.

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