Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr

Dozentin für Philosophische Anthropologie mit Schwerpunkt auf Grenzfragen des Lebens

Kaulbachstraße 31a
80539 München
Tel: 089-23 86 30 07
olivia.mitscherlich@hfph.de

Meine Sprechstunde findet im Sommersemester (ab Vorlesungsbeginn) montags zwischen 15 und 16 Uhr statt. Bitte schreiben Sie mir vorab eine kurze Email, wenn Sie die Sprechstunde wahrnehmen möchten.

 

Im Spektrum der philosophischen Anthropologien vertrete ich eine phänomenologisch geprägte Anthropologie in Anschluss an Helmuth Plessner. Dieser Ansatz zeichnet sich dadurch aus, kein autoritatives Wissen über auf das Wesen oder die Substanz menschlichen Lebens zu beanspruchen, sondern die Frage nach ‚dem Menschen‘ bewusst offenzuhalten. Von Anfang an unterläuft dieser Ansatz damit den Dualismus von menschlicher Natur und Kultur bzw. Sozialität; und erschließt ein breites - interdisziplinäres und interkulturelles - Forschungsfeld sozio-kulturell vermittelten Mensch-Seins in der Welt.

Mit den Grenzfragen nehme ich mich eines Forschungsfeldes an der Schnittstelle von philosophischer Anthropologie, Ethik, Bildungs- und Sozialphilosophie an, das bisher noch kaum behandelt ist. An den Grenzen menschlichen Lebens wird das Ineinandergreifen seiner unterschiedlichen – organischen, leiblichen und sozio-kulturellen – Dimensionen zum Problem. In der Auseinandersetzung mit Grenzsituationen verknüpfen sich anthropologische Fragen nach Formen menschlichen Lebens in Grenzsituationen; bioethische Fragen nach Formen der gelingenden Gestaltung ebendieser Situationen; und biopolitische Fragen nach den sozio-kulturellen – politischen, ökonomischen und technischen – Rahmenbedingungen, unter denen Grenzsituationen durchlebt werden und die ihrerseits Formen eines gelingenden Lebens in Grenzsituationen ermöglichen oder verunmöglichen können.

In akademischen und publizistischen Arbeiten setze ich mich u.a. mit den Grenzsituationen von Lebensende und Sterben, Lebensanfang und Geburt, neuartigen Formen des Mensch-Seins unter Bedingungen disruptiver Biotechnologien, den krisenhaften Natur- und Umwelt-Verhältnissen und dem Leben unter Pandemie-Bedingungen auseinander.

Jüngst erschienen sind:

„Kluges Handeln in der Krise. Eine kritische Phänomenologie politischer Klugheit“, in: Jakob Augstein (Hg.): Follow the Science – aber wohin? Wissenschaft, Macht und Demokratie im Zeitalter der Krisen, Berlin 2022, 117-140.

 „Staunen-Lernen angesichts der menschlichen Würde. Helmuth Plessners transformatives Philosophieren“, in: Thaumazein. Rivista di Filosofia., Bd. 9 / 2, 2021: Helmuth Plessner Philosophy and Life, 170-191, https://rivista.thaumazein.it/index.php/thaum/article/view/152

"Es lohnt eine Kultur des Zauderns nicht übereilt zu verabschieden", in: Frankfurter Rundschau vom 13.5.2022, https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/es-lohnt-sich-eine-kultur-des-zoegerns-nicht-uebereilt-zu-verabschieden-91541764.html

"Alternative Zeitenwende. Die Antwort auf den Krieg könnte auch ein schnellerer 'Green New Deal' sein", in: Tagesspiegel vom 24.4.2022, https://plus.tagesspiegel.de/meinung/s-d-460374.html

"Plädoyer für ein Embargo. Friedensethik ist alles andere als naiv. Sie ist der Machtpolitik der Stärke vielmehr an politischem Realismus überlegen", in: Frankfurter Rundschaft vom 19.3.2021, https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/plaedoyer-fuer-ein-embargo-91417915.html