Forum Philosophische Anthropologie der Grenzfragen menschlichen Lebens

Forum Philosophische Anthropologie der Grenzfragen menschlichen Lebens

In einer jährlichen Tagungsreihe, die in Kooperation mit der Katholischen Akademie Bayern ausgerichtet wird, macht das Forum Philosophische Anthropologie der Grenzfragen menschlichen Lebens verschiedene Grenzphänomene menschlichen Lebens zum Gegenstand eines interdisziplinären Dialogs: neben dem Lebensanfang und dem Lebensende als den Grenzen des körper-leiblichen Daseins; die Grenzsituationen inmitten des individuellen oder intersubjektiv geteilten Lebens, in denen – so Karl Jaspers – „das vorher selbstverständliche Gehäuse“ der Lebensführung „zur Auflösung“ gebracht wird (Jaspers 1925, 281); sowie schließlich die Grenzen des intersubjektiv geteilten Mensch-seins im Verhältnis zu Kunst bzw. Technik, die in der Gegenwart insb. in den neuen Bio- und Computertechnologien verhandelt werden.

In ihrem gesamten Spektrum konfrontieren die Grenzphänomene menschlichen Lebens mit anthropologischen, ethischen und politischen Grenzfragen. In anthropologischer Hinsicht werfen sie u.a. die Fragen nach dem Verhältnis von Personalität und Selbstreflexivität auf, da in Grenzsituationen die Fähigkeiten zu Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung oft nicht oder nur eingeschränkt gegeben sind; nach der Identität der Einzelperson im Verhältnis zu den Anderen bzw. zur Mitwelt, da in Grenzsituationen viele Akte der Lebensführung von Anderen übernommen werden; sowie nach dem Verhältnis des natürlichen Daseins und der Künstlichkeit, da in Grenzsituationen eine Vielzahl von Lebensakten durch technische Prothesen ersetzt werden können und neue Techniken neue Formen menschlichen Lebens ermöglichen. In ethischer Hinsicht entzünden sich an den Grenzphänomen insb. die Fragen nach dem Gelingen des individuellen Lebens von Anfang an und bis zuletzt – und d.h.: vor der Ausbildung und über den potentiellen Verlust der Fähigkeit zu Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung hinaus; sowie nach guten Formen des Beistands und der Begleitung, die Angehörige und Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsberufe Menschen in Grenzsituationen leisten. In politischer Hinsicht konfrontieren die Grenzphänomene menschlichen Lebens insb. mit der Frage nach den Anerkennungsverhältnissen, in denen darüber entschieden wird, wer zum Kreis der menschlichen Personen gehört und damit Anspruch auf besondere Schutzrechte hat.

Da die Grenzfragen menschlichen Lebens neben der Philosophie u.a. auch Gegenstand von der Theologie, der Psychiatrie und Psychologie, der Medizin, der Pflegewissenschaften und der Sozialarbeit sowie der Kultur- und Sozialwissenschaften sind, soll die philosophische Auseinandersetzung im Forum Philosophische Anthropologie der Grenzfragen menschlichen Lebens in engem Austausch mit ebendiesen Disziplinen stattfinden.

Die inhaltliche Organisation der Tagungsreihe Grenzfragen menschlichen Lebens übernimmt von Seiten der Hochschule für Philosophie Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr.

Themen:

Tagung 2017: Gelingendes Sterben

Tagung 2018: Gelingende Geburt

Die Hochschule für Philosophie München steht in der seit über 400 Jahren geschätzten Bildungstradition des Jesuitenordens. Sie steht allen offen, die sich für akademisch anspruchsvolle Studien der Philosophie interessieren – unabhängig von deren Religion, Weltanschauung und sozialer Herkunft. Durch eine fundierte Ausbildung in den systematischen Fächern und in Philosophie-
geschichte fordern wir unsere Studierenden heraus, sich mit den großen Fragen der Menschheit auseinanderzusetzen, und sich dadurch als Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Interdisziplinarität, Interkulturalität und auf der Rückbindung an die Lebenspraxis.
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