Sexuelle Selbstbestimmung bei Menschen mit geistiger Behinderung?

Ein Forschungsprojekt von IST (HFPH) in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Sozialwerk Dresden (CSW) und dem Zentrum Medizin–Ethik–Recht der Universität Halle

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Unser interdisziplinäres Forschungsprojekt "SeBi" zielt auf den schwierigen Balanceakt von sexueller Selbstbestimmung bei Menschen mit sog. "geistiger Behinderung" (MgB) zwischen Schutz und Ermöglichung.

Die Extreme an beiden Enden führen zu Formen sexueller Gewalt: zur Missachtung sexueller Bedürfnisse einerseits und zu sexuellen (Peer-)Übergriffen andererseits. Beides wird gesellschaftlich tabuisiert und stellt Betreuer*innen von Menschen mit "geistiger Behinderung" vor enorme ethische, rechtliche und praktische Herausforderungen.

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Für uns ergeben sich aus diesem Spannungsfeld 4 interdisziplinäre Schwerpunktthemen:

  1. Welche Ermöglichung und welchen Schutz wünschen sich die MgB selbst?
  2. Philosophisch-ethische Grundlagen zur "sexuellen Selbstbestimmung" bei MgB
  3. Juristische Handungsrahmen zwischen Schutz und Ermöglichung
  4. Handlungsrahmen "Betreuung": Wie erleben Betreuer*innen das Spannungsfeld, was brauchen sie? (Haltung und Organisationskultur)

Ziele:

  • MgB selbst zu "Wort" (Bild, Zeichen, etc.) kommen lassen -> Entwicklung "responsiver" Methoden
  • Desiderate und "Kipp-Punkte" sexueller Gewalt aufdecken
  • Philosophische Klärung des Begriffs "sexuelle Selbstbestimmung", insbes. bei MgB
  • gesellschaftliche Enttabuisierung eines mehrfach tabuisierten Themas
  • juristische Klärung (z. B. Sexualassistenz, strafrechtliche Folgen von Gewalt bei Schuldunfähigkeit)
  • konkrete Handlungssicherheit und Unterstützung für Betreuende

Team:

  • Dr. Karolin Kuhn (CSW)
  • Prof. Barbara Schellhammer, Sr. Veronika Sube, Jochanah Mahnke, Domenic Schubert (IST/HFPH)
  • Prof. Hans Lilie, Prof. Joachim Renzikowski (Universität Halle)
  • Prof. Julia Zinsmeister (Technische Hochschule Köln)
  • Prof. Wim Vandewiele (KU Leuven, Belgien)

Veröffentlichungen und Vorträge:

Call for Papers: Sexuelle Selbstbestimmung bei Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung? Herausforderungen zwischen Ermöglichung und Schutz, hrsg. Joachim Renzikowski, Hans Lilie, Karolin Kuhn, Barbara Schellhammer und Julia Zinsmeister, Nomos | Reihe Sexualität in Recht und Gesellschaft, 2023. Hier geht es zum Call for Papers als PDF.


Tagung: Be-/Ge-hinderte Sexualität - zwischen Schutz und Ermöglichung

Die Tagung wird nun vom 29. September bis 1. Oktober 2022 stattfinden.

Hier geht's zur Tagungswebsite, die auf dem aktuellsten Stand ist.