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Forschungsprojekt (Hubert Burda Media): Digitalisierung – Gesellschaft – Politik. Wie verändert digitalisierte Kommunikation unsere Gesellschaft?

Bild zum Kolloquium IT-Ethik

Im Projekt "Digitalisierung - Gesellschaft - Politik." soll die Situation der Digitalität der öffentlichen Kommunikation (Daten, Algorithmen, KI, Distributionsmechanismen) aus einer integrierten Perspektive sozialphilosophisch-ethisch analysiert werden, und dabei vor allem der Einfluss der rapiden Veränderungen von Medien und Technologie auf unsere Gesellschaft. Ziel ist es unter anderem, Herausforderungen für die politische Gestaltung zu identifizieren und ethische Maßstäbe dafür zu begründen. Konkret geht es um zwei Fragen: Wie verändert digitalisierte Kommunikation unsere Gesellschaft und welche Maßgaben können die politische Gestaltung der Digitalisierung in Europa anleiten?
Cindy-Ricarda Roberts, Prof. Alexander Filipovic (Leitung): 04/2019 - 09/2021 

Promising Images of Love

Die Mediatisierung von Werten und Normen in religiösen und säkularen Hochzeitsnarrativen

Webseite Medien Religion

Digitale und elektronische Medien spielen in zeitgenössischen Hochzeitsritualen eine zentrale Rolle, sei es bei der Vorbereitung, dem Ritual selbst oder danach. Hochzeitsfotograf*innen und Videofilmer*innen inszenieren das Paar während des Hochzeitsrituals, des Empfangs oder des Fests. Oftmals prägen diese Darstellungen die Erinnerungen des Hochzeitspaares und ihrer Gäste an diesen Tag. Daraus leitet sich folgende Forschungsfrage ab: Welche Normen und Werte vermitteln zeitgenössische mediale Darstellungen von religiösen und säkularen Hochzeiten in Europa?

Hochzeit wird als konstitutiver «rite de passage» verstanden, als Übergangsritual, das sowohl in religiösen Traditionen als auch in einer Vielzahl kultureller und säkularer Kontexte praktiziert wird. Säkulare und religiöse Elemente von Hochzeitsritualen stehen in einem komplexen und oft komplementären Verhältnis. Hochzeitspraktiken formen und kommunizieren geschlechtsbezogene, soziale, kulturelle und ökonomische Werte von Individuen und Gruppen. Die interdisziplinäre Forschung umfasst Theorien aus den Kulturwissenschaften, der Religionswissenschaft, der Medienethik und der politischen Philosophie und verwendet einen multimethodischen Ansatz, der Medienanalyse, ethnographische Studien und qualitative Methoden umfasst.

Eines der beabsichtigten kurzfristigen Ergebnisse ist es, «best practices» für soziale Akteur*innen im Bereich der Hochzeitsmedienproduktionen auszuarbeiten und Forschungsinstrumente zur Analyse der Mediatisierung von Werten und Normen zu entwickeln. Langfristige Ergebnisse ist die gesellschaftliche Sensibilisierung für die Performativität von Bildern, mit welchen hierarchische Beziehungen u. a. zwischen Individuen, Geschlechtern und Religionen ausgedrückt werden.

Das Projekt wird mit einer 24-monatigen Marie Skłodowska-Curie Fellowship gefördert. Während des Projekts ist 2022 ein dreimonatiger Aufenthalt an der Hochschule für Philosophie geplant, im Zuge dessen ein Austausch über medienethische Fragen stattfinden soll.

PD Dr. Marie-Therese Mäder, Ludwig-Maximilians-Universität, München

Literatur

Marie-Therese Mäder und Anna-Katharina Höpflinger. “Who, Being Loved, Is Poor?” Material and Media Dimensions of Weddings, Journal for Religion, Film, and Media 4/2, 2018, jrfm.eu/index.php/ojs_jrfm/issue/view/7.


 

Aktuelle Promotionsvorhaben der Professur für Medienethik

  • Bedford-Strohm, Jonas: The Digital Transformation of the Public Sphere as a Challenge for Public Institutions (Arbeitstitel). Seit 08/2017 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Ferlemann, Fraua: Digitalisierung und Nachrichtenjournalismus. Die wachsende Bedeutung der Gatekeeper-Funktion am Beispiel der trimedialen Umstellung des Bayerischen Rundfunks/ARD (Arbeitstitel). Seit 7/2014 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Kläsener, Agnes: Medienethisch basierte Medienkompetenzvermittlung bei bildungsfernen und nicht erreichten Zielgruppen. Seit 1/2019 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Koska, Christopher: Ethik der Algorithmen. Auf der Suche nach Zahlen und Werten (Arbeitstitel). Seit 01/2014 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Kuhnert, Susanne: Intelligente Fahrzeugtechnik und gesellschaftlicher (Werte-)Wandel - das automatisierte und autonome Autofahren aus ethischer Perspektive (Arbeitstitel). Seit 02/2016 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Oechsner, Hans: Interview-Sendungen im TV. Medienethische Probleme von Inszenierungen (Arbeitstitel). Seit 10/2014 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Puzio, Anna: Philosophisch-theologische Auseinandersetzung mit der Anthropologie des Transhumanismus (Arbeitstitel). Seit 11/2018 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Schäffner, Vanessa: Autonomes Fahren und moralische Dilemmata. Zur Begründung eines ethischen Pluralismus' aus meta-ethischer und angewandter Perspektive (Arbeitstitel). Seit 10/2018 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Schülke, André: Phänomene regressiver Nachrichtenrezeption. Kritische Überlegungen zur Konjunktur nicht rationaler Weltbilder auf der Basis einer phänomenologischen Wissenssoziologie. (Arbeitstitel). Seit 11/2014 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Steimer, Anna Kristina: Die Angst, nicht man selbst zu sein. Eine existenzphilosophisch-ideologiekritische Analyse des digitalen Medienphänomens 'Selfie' (Arbeitstitel). Seit 10/2016 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Soltani, Dena: Eine Frage nach der Wirklichkeit. Bildtheoretische Überlegungen über die Wirklichkeit nach Derrida und Deleuze (Arbeitstitel). Seit 10/2014 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Thein, Thomas: Auseinandersetzung mit Luciano Floridis Verständnis der Informations-Ethik bezüglich des Einsatzes semantischer Suchmaschinen im Wissensmanagement (Arbeitstitel). Seit 7/2016 (Betreuung durch Prof. Filipović)
  • Wagner, Tino: Extreme Speech. Medienethische Überlegungen zu den Herausforderungen der Demokratieerziehung im digitalen Zeitalter (Arbeitstitel). Seit 07/2018 (Betreuung durch Prof. Filipović)