Erster Workshop des Selfie-Forschungsnetzwerkes

Die Professur für Medienethik sowie das zem::dg freuen sich den ersten Workshop des neu gegründeten Netzwerks für Selfie-Forschung am 7.-8.10. veranstaltet zu haben.

Der Workshop befasste sich mit dem Thema Selfie-Forschung und ihren interdisziplinären Fragestellungen, Methoden und Ergebnissen. So kamen denn auch Wissenschaftler:innen aus verschiedensten Fachbereichen, etwa aus Philosophie und Soziologie, aus Medienwissenschaften und Fotografieforschung, aus Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Religionspädagogik, Kunst und Psychologie für zwei Tage zusammen, um ihre aktuellste Forschung zum Gegenstand ‚Selfie‘ zu diskutieren. Es zeigte sich, dass neben soziokulturellen Hintergründen auch die schnelllebigen Plattformästhetiken und -konzeptionen thematisiert werden müssen, um das Selfie im Kontext zunehmend hybrider SNS-Anwendungen verstehen zu können. Im Zentrum des angeregten Austausches standen Fragen wie: Wie wird der Corpus gebildet? Wie implementiert Technologie die Bildpraktik und was folgt daraus für eine kulturpolitische, aber auch medienhistorische Rekonstruktion des streitbaren Genres? Es wurde deutlich, dass alle Fachrichtungen mit den Bezügen operieren, die zwischen einer Normativität neoliberaler Selbstvermarktung und einer Materialität sich und das menschliche Auge digital verändernder Umwelten bestehen. Fragen nach personaler, sozialer und Körper-Identität verbinden sich mit Anfragen an Möglichkeitsbedingungen für Emanzipation und einer Verortung des Subjekts, stehen andererseits aber auch im harten Kontrast zu Erfahrungen von Scham und Vulnerabilität. Dieser erste Workshop bildete den Auftakt zu weiterführender Vernetzungs- und Diskursarbeit innerhalb des Selfie-Forschungsnetzwerks, das nun eine Publikation erarbeitet, die an die Veranstaltung anschließt.