"Why to be moral?" - Zur Unableitbarkeit des Doxischen

Abendvortrag und Workshop mit Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Splett am 27. und 28.04.2018 an der Hochschule für Philosophie München.

IMG_20180222_0003.jpgMoral steht für die Menschlichkeit des Menschen, für sein Gutsein schlechthin (vgl. STh Ia-IIae q. 66 a. 3 ad 2). Ohne Moral keine Humanität. Gilt auch: Ohne Glaube keine Moral? Oder gar: „Ohne Gott ist alles erlaubt“?

Zurecht beurteilen wir Inhumanität unabhängig von Weltanschauungen. Nicht erst in der Frankfurter Schule wurde jedoch die Meinung vertreten, Moral sei letzten Endes auf Theologie bzw. Religion zurückzuführen. Ähnlich im Grunde bereits der Einwand Schopenhauers gegen die Ethik Kants: Dessen Rede von ‚Sollen‘, von ‚moralischem Gesetz‘ beruhe auf unerlaubten theologischen Voraussetzungen; sie werde sinnvoll allein unter der Perspektive von Lohn und Strafe.

Jörg Splett richtet demgegenüber den Blick auf die ethische Erfahrung selbst: Erst so wird die „wesentliche Qualität des Sittlichen“ erfassbar: im Sich-Treffen-Lassen vom „kategorischen Imperativ“ im „Herzen“ = im Gewissen – nicht zu verwechseln mit Willkür oder Sentimentalität.

Die Bedeutung philosophischer Reflexion der Gewissenserfahrung im Ringen um eine angemessene Antwort auf die Frage des „Why to be moral?“ wird Jörg Splett in seinem Abendvortrag aufzeigen. Im zugehörigen Workshop wird die Möglichkeit zu weiterer Diskussion und Vertiefung gegeben.

Der Abendvortrag ist öffentlich. Um Anmeldung zum Workshop unter splett-workshop@hfph.de wird gebeten.

Ausführlicher Flyer zur Veranstaltung.


Öffentlicher Abendvortrag:

„Why to be moral?“ – Zur Unableitbarkeit des Doxischen ▪ Freitag ▪ 27. April 2018 ▪ 19 Uhr s. t. ▪ Aula

Einführung: Prof. Dr. Josef Schmidt SJ

Vortrag: Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Splett

Workshop:

Diskussion ausgewählter Texte Jörg Spletts zum Thema „Theophanie im Gewissen und Menschsein als Antwort“ ▪ Samstag ▪ 28. April 2018 ▪ ab 9 Uhr s. t. ▪ Hörsaal

Informationen zum Workshop:


In mehreren seiner Schriften behandelt Jörg Splett die Frage des „Why to be moral?“. Nicht zuletzt die Bücher Spiel-Ernst. Anstöße christlicher Philosophie, Frankfurt/M. 1993 sowie Gott-ergriffen. Grundkapitel einer Religionsanthropologie, Köln 52010 widmen sich unserem Thema.

Der Workshop bietet die Gelegenheit, ausgewählte Kapitel aus den genannten Büchern sowie aus einigen weiteren grundlegenden Schriften Jörg Spletts mit dem Autor selbst zu diskutieren. Ein besonderes Anliegen des Workshops ist es, Hintergründe sowie Implikationen der Splett‘schen Antwort auf die Frage des „Why to be moral?“ zu erörtern.

Die Auswahl der zu diskutierenden Texte wird vorab bekanntgegeben und – nach Anmeldung (splett-workshop@hfph.de) – per E-Mail zur Verfügung gestellt werden.

Zeitplan des Workshops am 28.04.2018:

9.00-10.30 Uhr: „Sich-ergreifen-lassen“

10.30-11.00 Uhr: Kaffeepause

11.00-12.30 Uhr: „Menschsein als Antwort“

12.30-14.00 Uhr: Mittagspause

14.00-15.00 Uhr: „Gotteserfahrung im Gewissen“

Leitung: Prof. Dr. Dr. h. c. Jörg Splett
Ort: Hörsaal der HfPh


Zur Person Jörg Spletts:

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Namhaft geworden nicht allein durch seine Hegel-Vorlesung, erlangte Jörg Splett große Bekanntheit durch seine philosophische Anthropo-Theologie. Neben seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit als ordentlicher Professor in St. Georgen/Frankfurt a. M. sowie seiner fast fünfzigjährigen Lehrtätigkeit an der Hochschule für Philosophie hatte Splett verschiedene Vertretungs- und Gastprofessuren inne, u.a. an der LMU, in Aachen und in Jerusalem. Jörg Splett ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Im Jahr 2014 wurde ihm von der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Augsburg die Ehrendoktorwürde verliehen. Das philosophische Œuvre Jörg Spletts umfasst 30 Bücher sowie etliche hundert Artikel, Beiträge und Rezensionen. (⇨ Mehr zu Jörg Splett...)