Technik trifft Philosophie

Die Technische Universität München (TUM) und die Hochschule für Philosophie München (HFPH) intensivieren ihre Zusammenarbeit in der Lehre. Bereits im laufenden Semester besuchen die ersten Studierenden der TUM Veranstaltungen an der HFPH. Das hochschulübergreifende Studienangebot ist Teil des Exzellenzkonzepts der TUM und integriert Ethik und gesellschaftliche Fragen in die Technik- und Naturwissenschaften. Am 28. Oktober 2019 unterzeichneten TUM-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann und HFPH-Präsident Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher den Kooperationsvertrag.

Wie wollen wir das Verhältnis von Mensch und Maschine gestalten? Wie sieht eine gerechte Wirtschaftsordnung aus? Wo liegen die Grenzen der Medizin? Mit Fragen wie diesen befassen sich seit Start des Wintersemesters 2019/20 auch die ersten TUM-Studierenden aus Disziplinen wie Ingenieurwesen, Physik und Medizin. Sie können dabei aus dem breiten Themenangebot der HFPH auswählen – ob grundlegende Einführung in die großen Fragen der menschlichen Existenz oder konkrete ethische Probleme ihres Studienfachs.

Das Volumen der Modulstudien ist flexibel wählbar, von einer Vorlesung bis zum Zweitstudium „Philosophicum“ mit eigenem Zertifikat. Die TUM schafft die Möglichkeit, die Leistungen als sogenannte überfachliche Qualifikation anzurechnen. Geplant ist, dass auch die Studierenden der HFPH Kurse aus dem breiten Fächerspektrum der TUM belegen können. Die Partner wollen zudem noch stärker in der Forschung zusammenarbeiten.

„Die Öffnung der Lehre an der HFPH ist eine exzellente Bereicherung unseres Studienangebots“, sagt TUM-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann. „Die Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, die gesellschaftliche Dimension tief in Lehre und Forschung der Technikwissenschaften zu verankern.“ Die TUM wolle ihren Studierenden ermöglichen, im Sinne menschenzentrierter, vertrauenswürdiger und gesellschaftsfähiger Innovationen zu denken und zu handeln. „Dass sie die Möglichkeit haben, von den klügsten Philosophinnen und Philosophen zu lernen, erfüllt uns mit großer Freude.“

HFPH-Präsident Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher betont: „Mit dieser umfassenden Kooperation mit der international herausragenden Exzellenzuniversität TUM unterstreichen wir die Bedeutung der Philosophie für unsere Gesellschaft.“ Durch die Modulstudien Philosophie vermittle die HFPH auch Studentinnen und Studenten der Technik- und Naturwissenschaften das notwendige Rüstzeug für vernetztes Denken und verantwortliches Handeln. „Wir freuen uns, gemeinsam mit der TUM die Entscheidungsträgerinnen und Innovatoren von morgen zu Persönlichkeiten zu bilden, die sich den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft stellen“, macht Wallacher deutlich.