Ehrung für Rüdiger Funiok

Ehrung für Rüdiger Funiok

Mit Standing Ovations ehrten die 140 Teilnehmer der Jahrestagung des Netzwerks Medienethik Rüdiger Funiok an der Hochschule für Philosophie München. Für seine Verdienste um die Medienethik wurde ihm anlässlich seines 75. Geburtstags im vergangenen Jahr die Tagung am 22. und 23. Februar 2018 gewidmet. „Rüdiger hat das Netzwerk Medienethik erfunden und begründet, über die Jahre gestaltet und zum wichtigsten Ort des medienethischen Diskurses im deutschsprachigen Bereich gemacht“, hebt Alexander Filipović, Inhaber des Lehrstuhls für Medienethik an der Hochschule und Koordinator des Netzwerks Medienethik, hervor. „Er hat sehr viel für die Institutionalisierung der Medienethik geleistet, aber auch für seine Publikationstätigkeit in diesem Feld ehren wir ihn.“

Gemeinsam mit anderen gründete der habilitierte Pädagoge Funiok 1997 das Netzwerk und wurde dessen Sprecher. Auch an der Hochschule prägte er das Thema Medienethik. 29 Jahre lehrte er dort, ab 1992 als Professor. Mehr als 20 Jahre leitete er des Instituts für Kommunikation und Medien (IKM) und des daraus hervorgegangenen Institut für Kommunikationswissenschaft und Erwachsenenbildung (IKE).
 

Filipović: „Für mich ist Rüdiger Stütze und Ratgeber“


„Mit seinem spezifischen Profil hat Rüdiger immer Brücken zwischen Medienpraxis, kommunikationswissenschaftlicher und pädagogischer Forschung sowie der akademischen Ethik gebaut“, lobt Filipović. „Damit hat er die Medienethik an der Hochschule etabliert. Alle medienethischen Bemühungen an der Hochschule bauen auf seinem Wirken auf und sind ohne seine Arbeit nicht denkbar.“

Und auch persönlich ist Filipović Funiok dankbar. „Rüdiger hat mich an das Netzwerk Medienethik herangeführt und 2001 dazu eingeladen“, erinnert er sich. „Meinen ersten akademischen Vortrag habe ich beim Netzwerk gehalten.“ Und auch wenn Funiok seit 2010 emeritiert ist, arbeitet er weiter am Lehrstuhl für Medienethik mit, mal im Hintergrund, mal aktiv im Vordergrund, „so wie es einem Emeritus zusteht“, betont dessen Inhaber. „Für mich ist Rüdiger Stütze und Ratgeber und ich bin froh, dass er da ist.“

Nicht nur für die Medienethik war Funiok prägend. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt seines Wirkens war und ist die Erwachsenenbildung. Das langjährige Zusatzstudium Erwachsenenpädagogik an der Hochschule, das dem heutigen Weiterbildenden Master Interkulturelle Bildung vorausging, wäre ohne Funiok nicht denkbar gewesen.
 

Leifert: „Mutmacher, guter Zuhörer, empathischer Mensch“


Zu Themen der Medienethik wie auch der Erwachsenenbildung hat Funiok Zeit seines Wirkens an der Hochschule eine Vielzahl von Promotionen betreut. Stellvertretend für all diese Promovenden und sehr persönlich würdigte der Brüsseler ZDF-Korrespondent Stefan Leifert seinen Doktorvater am ersten Abend der Jahrestagung.

Immer wieder habe er „Rüdiger-Funiok-Momente“, führte Leifert aus. Das seien Momente, in denen er vor einem Problem stehe, nicht weiterkomme und sich dann frage: ‚Was würde Rüdiger Funiok jetzt wohl dazu sagen?‘ „Und dann sehe ich ihn vor mir, in seiner wie immer tiefenentspannten und unaufgeregten Art – und ich höre ihn sagen: ‚Ja, da schauen wir mal‘. Und schon geht es mir besser.“

„Mutmacher, guter Zuhörer, empathischer Mensch“, sind Leifert zufolge dann auch die Beschreibungen, die Funioks Schülerinnen und Schüler ihm zuschreiben. Mit den Worten ‚Das wird schon‘ habe er häufig die Gespräche mit seinen Doktoranden beendet, mit Sätzen wie ‚Machen Sie so weiter, Schritt für Schritt‘ Promovierende und Promotionsprojekt wieder zusammengebracht, „wenn sich beide mal voneinander entfremdet hatten“, erinnerte sich der Journalist und dankte Funiok im Namen seiner Schüler.

Danke, Rüdiger Funiok!

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