Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis

Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis

München, 1.4.2015 (HfPh) Den Grenzen der naturwissenschaftlichen Methode widmet sich ein neues Forschungsprojekt an der Hochschule für Philosophie der Jesuiten in München. Es will ein philosophisches Subjektkonzept entwickeln, das neben der engen naturwissenschaftlichen Perspektive unter anderem auch religiösen Deutungen wie dem christlichen Menschenbild Raum lässt. „Die Naturwissenschaften müssen aus methodischen Gründen zentrale Aspekte von Wirklichkeit und Subjekt ausklammern“, betont Tobias Müller, Projektleiter und Dozent für Natur- und Religionsphilosophie an der Hochschule. „Deshalb dürfen wir den Menschen nicht auf naturwissenschaftliche Erkenntnisse reduzieren.“

Wie Müller deutlich macht, muss das Projekt den modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen aber standhalten. „Gerade aufgrund ihrer methodischen Verengung können Physik, Biologie und Chemie sehr exakte und überprüfbare Ergebnisse liefern“, erklärt er. Das sei ein großer Gewinn und habe zu wichtigen technischen Errungenschaften geführt. „Das bedeutet aber auch, dass es Aspekte von Subjekt und Wirklichkeit gibt, die die Naturwissenschaften aufgrund ihrer Methode nicht erklären können“, sagt Müller.

Das Projekt wird von der NoMaNi-Stiftung Köln für einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert und ist am Institut für naturwissenschaftliche Grenzfragen zur Philosophie und Theologie (ING) der Hochschule für Philosophie angesiedelt. Es will mit öffentlichen Veranstaltungen, interdisziplinären Tagungen und wissenschaftlichen Publikationen auch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften fördern.

Tobias Müller lehrt und forscht seit 2013 an der Hochschule für Philosophie. Er studierte Philosophie, Katholische Theologie, Pädagogik und Physik in Mainz, Marburg und Frankfurt am Main, wo er 2007 promoviert wurde. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er ab 2003 zunächst an der Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig und führte ab 2008 ein Forschungsprojekt auf dem Gebiet der Gehirn-Geist-Debatte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durch.

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