Ehemaliger Bundesverfassungsrichter hält Albert-Keller-Lecture

Ehemaliger Bundesverfassungsrichter hält Albert-Keller-Lecture

München, 20.6.2013 (HfPh) Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio hält die diesjährige Albert-Keller-Lecture an der Hochschule für Philosophie München. Am Mittwoch, 26. Juni 2013, erörtert er ab 19.30 Uhr das Thema „Die Fragmentierung von Sinnhorizonten: Droht ein neuer Kulturkampf um die Glaubensfreiheit?“. Die öffentliche Vorlesung findet in der Aula der Hochschule (Kaulbachstraße 31) statt.

Vor dem Hintergrund des Status quo in der Bundesrepublik untersucht Di Fabio den Zusammenhang von Glaube, transzendenter Sinngebung, Weltanschauungen und personaler Freiheit. Denn die lange in Deutschland vorherrschende christlich bestimmte Alltagskultur ist ebenso in der Defensive wie das Modell einer wohlwollenden und kooperativen Neutralität des säkularen Staates gegenüber den großen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften.

Udo Di Fabio gehörte von 1999 bis 2011 dem Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts an. Von 1993 an hatte er Professuren in Trier, Münster und München inne und lehrt seit 2003 als Professor für öffentliches Recht an der Universität Bonn.

Vorlesungsreihe ehrt einen scharfsinnigen Philosophen

Die Albert-Keller-Lecture findet 2013 zum dritten Mal statt. Mit der Vorlesungsreihe ehrt die Hochschule für Philosophie der Jesuiten den 2010 nach langer und in großer Freiheit akzeptierter Krankheit verstorbenen scharfsinnigen Philosophen und tiefen Denker Albert Keller. Jährlich sollen besonders Redner zu Wort kommen, die sich mutig zur Lage der Gesellschaft, den Zeichen der Zeit wie auch zu Kirche, Politik und Wirtschaft äußern. Ganz im Sinne des Jesuitenpaters sollen sie die Möglichkeit bekommen, auch kontroverse Meinungen zu vertreten. Die Albert-Keller-Lecture wird aus Spenden finanziert.

Insgesamt 43 Jahre lang lehrte Albert Keller an der Hochschule für Philosophie, ab 1969 als Professor für Erkenntnislehre und Sprachphilosophie. Als Rektor der Hochschule überführte er sie 1971 von Pullach nach München in die Kaulbachstraße und organisierte auch die Neuorientierung und Öffnung für Studierende weit über den Orden und engeren kirchlichen Kontext hinaus.

Die Hochschule für Philosophie München ist eine staatlich anerkannte Hochschule in der Trägerschaft des Jesuitenordens mit derzeit knapp 500 Studierenden. (cs)

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