Eröffnung des Zentrums für Globale Fragen an der Hochschule für Philosophie in München

Eröffnung des Zentrums für Globale Fragen an der Hochschule für Philosophie in München

München, den 20. Juni 2017. Die Deutsche Provinz der Jesuiten eröffnet am 21. Juni 2017 das Zentrum für Globale Fragen an der Hochschule für Philosophie in München. Im Fokus der Arbeit steht die akademische Reflexion zu aktuellen Fragen globaler Gerechtigkeit in den Themenbereichen Umwelt und Nachhaltigkeit, Migration sowie Interkulturalität. Das Zentrum verbindet in seinen Projekten die philosophische mit der sozialwissenschaftlichen Analyse und möchte damit auch zur politischen Gestaltung von Lösungen beitragen. Das Zentrum für Globale Fragen geht aus dem Institut für Gesellschaftspolitik hervor, das seit 1971 an die Hochschule für Philosophie angegliedert war.

Die Eröffnungsveranstaltung findet am 21. Juni 2017 um 19 Uhr in der Aula der Hochschule für Philosophie mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Direktor des Mercator Research Institut on Global Commons and Climate Change, statt. Er spricht zum Thema „Drei Erzählungen über den Kapitalismus - Freiheit, Gleichheit, Nachhaltigkeit“ und greift damit einen der drei Arbeitsbereiche des Zentrums für Globale Fragen (ZGF) auf. Prof. Dr. Harald Lesch, der theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität und Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie lehrt, wird den Vortrag kommentieren.

„Wir brauchen ein grundlegendes Umdenken, das die Würde des Menschen und der Schöpfung in der Bewältigung der globalen Krisen in den Vordergrund stellt und neue Perspektiven der Verantwortung füreinander eröffnet“, sagt Pater Johannes Siebner SJ, der Leiter der deutschen Jesuitenprovinz, zum Auftakt des neuen Zentrums. „Daran wollen wir uns auch als Jesuiten beteiligen, ganz im Geist der Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus.“

Neben einer klaren thematischen Fokussierung ist Michael Schöpf SJ, dem Leiter des Zentrums, eine stärkere Einbeziehung derer, die unter Ungerechtigkeit leiden, in die Entwicklung der Forschungsfragen wichtig: „Nur indem wir neue Verbindungen schaffen, kommen wir der Frage näher, wie sich Ungerechtigkeit im globalen Süden und im globalen Norden gleichzeitig auswirkt. Lösungen für eine gerechte und solidarische Gesellschaft hängen davon ab, dass wir einander überhaupt wahrnehmen und den Weg des Nachdenkens darüber gemeinsam gehen.“

Bereits im laufenden Jahr 2017 beschäftigt sich das Zentrum für Globale Fragen mit einer Reihe von Projekten in den genannten Themenschwerpunkten und knüpft dabei Verbindungen zu unterschiedlichen Partnern:

  • Erarbeitung einer Handreichung zu Kriterien gelingender Wertebildung im Bereich Flucht und Migration (Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration)
  • Seminarangebot zur Wertebildung für Multiplikatoren in der Flüchtlingsarbeit (Deloitte Stiftung)
  • Dialogforen „People on the move“ (Kooperationsprojekt mit der Münchener Rück Stiftung)
  • wissenschaftliche Begleitung der sozialen Arbeit in einer Münchner Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber (Jesuit Refugee Service)
  • Buchveröffentlichung zur Einführung in die Umweltethik (Kohlhammer)
  • Kursentwicklung (Online-Angebot) zu Nachhaltigkeit und Umweltbildung für Geflüchtete und Menschen in marginalisierten Lebensräumen (Jesuit Worldwide Learning)
  • Forschungsprojekt zur Repräsentation zukünftiger Generationen im Kontext des Klimawandels im internationalen Völkerrecht (Max-Planck-Institut, University of Tasmania)
  • zusammenfassende Studie zu Fragen von Postwachstum (Deutsche Bischofskonferenz)
  • Veranstaltung zu den Sustainable Development Goals als Firmenkultur mit dem Flughafen München (in Planung)
  • Forschung zu globalem Lernen und community development im Rahmen des Blended-Learning-Angebots von Jesuit Worldwide Learning im Irak und in Kenia (in Vorbereitung)

 

Kontakt:
Dr. Thomas Steinforth, thomas.steinforth@hfph.de, +49-175-4333944
Michael Schöpf SJ, schoepf@hfph.de, +49-176-99105119

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