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Philosophie im Mittelalter

Vorlesung 2-stdg.
Raum: Aula
Termine: Mittwochs 10.15 - 11.45 Uhr

MA-IB: V
Master Ethik: V
BA: II/2, II/1

Verpflichtend für die Studierenden des Bachelors und des Philosophicum Plus.

Thematik

Fragen und Formen des philosophischen Denkens im Mittelalter

Die Philosophie des Mittelalters ist heute in einer Fülle gattungstypologisch heterogener Texte, die häufig in lateinischer Sprache verfasst sind, greifbar. Diese Vielfalt ist aus der allmählichen Transformation der lebensweltlich verankerten und in Schultraditionen diversifizierten antiken Philosophie in eine zunehmend sich etablierende wissenschaftliche Disziplin erklärbar. Fragestellungen und Methoden der Philosophie werden daher in enger Verbindung mit literarischen Formen wie Dialog, Lehrgedicht, Lehrvortrag, Consolatio und Kommentar anfänglich entfaltet und dann im Hochmittelalter in neuen, universitär geprägten Textformen (Disputatio, Quaestio, Sermo, Summa) weiterentwickelt, während gleichzeitig eine außeruniversitäre philosophische Reflexion vorhandene literarische Muster experimentell vertieft. In der Vorlesung soll der Zusammenhang zwischen literarischer Form und philosophischer Fragestellung gründlicher bedacht und für einen Überblick über die mittelalterliche Philosophiegeschichte fruchtbar gemacht werden.

Zur Einführung: Loris Sturlese, Philosophie im Mittelalter. Von Boethius zu Cusanus. München 2013.