30 | Dr. Andreas Gösele SJ

Donald S. Maier: „What’s So Good About Biodiversity: A Call for Better Reasoning About Natur’s Value

Hauptseminar 2-stdg. Mittwoch, 17–19 Uhr
Raum: Seminarraum 5
Termine: ab 15.4.2015
BA: III/2, WP/5-NEU (ALT: WP/6), WP/6 (NEU!)
MAkons: III (GN, EG)
Mag: F3, F4
ZEP: A

ACHTUNG! Das Seminar entfällt im SS 2015!

Thematik

(Eine lesbare Pdf-Version finden Sie nach Anmeldung unten unter »Materialien«.) Am 20. Dezember 2010 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Dekade »Biologische Vielfalt« ausgerufen. Dabei hat sie Bezug genommen auf das »Übereinkommen über die biologische Vielfalt« zu dessen Einhaltung sich inzwischen 195 Staaten der Welt verpflichtet haben. (Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine bemerkenswerte Ausnahme.) Nur in drei internationale Verträgen haben sich mehr (196) Staaten verpflichtet. Daß Biologische Vielfalt (Biodiversität) ein schützenswertes Gut darstellt, scheint also als eine Art weltweit geteilte Selbstverständlichkeit gelten zu können. Auch Umfragen ergeben ein ähnliches Bild: 90% der amerikanischen StaatsbürgerInnen glauben, daß Biodiversität wichtig für das menschliche Wohlergehen ist. 94% der BürgerInnen der EU halten den Verlust der Biodiversität für ein ziemlich ernstes Problem, 69% sogar für ein sehr ernstes. Für PhilosophInnen geziemt es sich, auch Selbstverständlichkeiten kritisch zu hinterfragen. Im Seminar wollen wir also fragen, ob sich der angenommene Wert der Biodiversität auch begründen läßt. Dazu werden wir gemeinsam (und natürlich kritisch) ein Buch lesen, das die Möglichkeit einer vernünftigen Begründung für den Wert der Biodiversität letztlich verneint. Die Grundfrage des Buches ist, worin der (moralisch relevante) Wert der Natur (und damit unsere moralische Verantwortung gegenüber der Natur) eigentlich oder vorrangig verankert ist. Am Ende seines Buches entwickelt und verteidigt der Autor -- Donald S. Maier -- seinen eigenen Vorschlag dazu unter der Idee eines »appropriate fit«, aber der größte Teil des Buches ist der Frage gewidmet, ob Biodiversität der vorrangige Locus dieses Wertes ist/sein kann. Nach einleitenden Überlegungen, die unter anderem auch in einige Elemente der Argumentationstheorie und des sogenannten »kritischen Denkens« einführen, beschäftigt sich Maier zunächst sehr ausführlich damit, was Biodiversität eigentlich ist, und was nicht. Im Zentralteil seines Buches wird dann (erst konzeptionell/grundsätzlich und im Folgenden im Blick auf verschiedene, in der Literatur vertretene theoretische Vorschläge) untersucht, wie der (vorrangige) Wert von Biodiversität begründet und verstanden werden kann. Dabei werden die Argumente immer auch schon einer kritischen Überprüfung unterzogen. Diese Kritik wird dann in zwei Schritten synthetisiert, um auf den eigenen Vorschlag überzuleiten.

Ziele

Das Hauptseminar soll dazu helfen, eine eigene, fundierte Position zur Frage des moralischen Werts der Biodiversität zu entwickeln.

Methode

Vorbereitende Lektüre, kurze einführende Referate, ausführliche Diskussion.

Voraussetzungen

Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit und Übernahme eines Referats. Ausreichende Englischkenntnisse.

Qualifikation

Regelmäßige Teilnahme, Übernahme eines Referats, Teilnahme im Online-Forum, Vorbereitung der letzten Sitzung, Seminararbeit.

Literatur

Donald S. Maier, What’s So Good About Biodiversity? A Call for Better Reasoning About Nature’s Value, Dordrecht 2013 (Weitere Literatur wird im Seminar bekanntgegeben.)