406 | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ, Dr. Patrick Zoll SJ

Spekulativer Realismus. Debatten zwischen Erkenntnistheorie und Ontologie

undefiniert 2-stdg.
Raum: Seminarraum 4
Termine: Donnerstag 16.15-17.45 Uhr

MA-IB: V
Master Ethik: V
BA: WP Bildung (auslaufend), III/2
MAkons: III(GN)

Thematik

"Spekulativer Realismus" nennt sich eine philosophische Strömung der Gegenwart, die sich speziell gegen Kants Zwei-Welten Lehre richtet, d.h. der Rede von Phänomenen einerseits und einer scheinbar nicht zugänglichen Wirklichkeit, wie sie „an sich“ ist, andererseits. Ziel ist ein post-humanistischer "turn", der die Überwindung des philosophischen Konstruktivismus einleiten möchte. Dieser messe – so der Vorwurf – die uns umgebenden Wirklichkeiten allzu sehr von Grenzen unserer Vernunft her aus und setze somit den Menschen als dogmatisches Maß aller Dinge. Generell stellen Vertreter des Spekulativen Realismus also den Vorrang des Subjekts zuungunsten anderer Wirklichkeitsformen von Tieren, Pflanzen, aber auch von sozialen und biologischen Netzwerken in Frage. Das bringt sie in den Umkreis von Debatten, wie sie von Vertreterinnen und Vertretern des „Neuen Realismus“ (Gabriel, Ferraris) und des „Neuen Materialismus“ (Barad, Bennett) geführt werden. Im Seminar lesen wir daher Texte in der Breite der geführten Debatte(n) von Markus Gabriel, Quentin Meillassoux, Karen Barad, Jane Bennett, Graham Harman und Bruno Latour. Moodle-Passwort: realismus_2019

Methode

Einführende Referate (15-20 Min) mit anschließender Diskussion.

Literatur

Zur Einführung in das Thema kann ich folgendes Buch empfehlen: Graham Harman: "Object-Oriented-Ontology. A New Theory of Everything" (Penguin-Books 2018).