405 | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Einführung in Hegels "Phänomenologie des Geistes"

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: SR 4
Termine: Donnerstag, 16.15 - 17.45 Uhr

MA-IB: V
Master Ethik: V
BA: III/2
MAkons: III(GN,RV)

Thematik

Das Seminar widmet sich Hegels Verständnis von „Geist“, wie er es in seinem Hauptwerk „Die Phänomenologie des Geistes“ offenlegt. Der Begriff „Geist“ verweist dabei nicht auf ein gottgleiches Wesen, das hinter dem Horizont der Welt die Strippen der Weltgeschichte zieht. „Geist“ steht für die Bewegung des Denkens, das über Jahrtausende zwischen Gegensätzen vermittelt. Welche Gegensätze? Die klassischen: zwischen Subjekt und Objekt, Materie und Geist, Wahrheit und Schein, Wissen und Nichtwissen. „Geist“ ist für Hegel ein Grenzgänger zwischen Extremen, die derselbe Geist eröffnet und überwindet. Unsere Lektüre setzt sich dabei von einem weit verbreiteten Hegel-Klischee ab, dem zufolge der Autor der „Phänomenologie“ hinter Kants Metaphysik-Kritik zurückfällt. Die „Phänomenologie des Geistes“ offenbart jedoch, dass Hegel nicht nur Kants Ontologie radikalisiert, sondern auch den von Karl Marx verkündeten Anspruch, die Metaphysik des Idealismus „vom Kopf auf die Füße“ zu stellen, sehr viel radikaler denkt als Marx selbst dazu im Stande war.

Methode

Kurzreferate mit anschließender Diskussion.

Literatur

Primärtexte: Hegel, Phänomenologie des Geistes (Meiner-Ausgabe oder Suhrkamp-Ausgabe). Einführungen: Thomas Hoffmann, Georg Wilhelm Friedrich Hegel - Eine Propädeutik (Marix Verlag 2004); Stephen Houlgate, An Introduction to Hegel: Freedom Truth and History (Malden: Blackwell 2005); Ludwig Siep, Der Weg der Phänomenologie des Geistes. Ein einführender Kommentar. Suhrkamp: Frankfurt/M 2000; Charles Taylor, Hegel (Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1975);