101 | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Erkenntnistheorie

Vorlesung 2-stdg.
Raum: Aula
Termine: Montag, 10.15 - 12.00 Uhr

MA-IB: V
Master Ethik: V
BA: I/4

Thematik

Ein Baum weiß nichts von seinem Baumsein und ein Pferd nichts von seinem Pferdsein. Wie sollten sie auch, da sich beide keine Gedanken über Bäume und Pferde machen können. Sie rezipieren zwar auch die Außenwelt nach Reiz-Reaktions-Mechanismen, wobei der Baum ohne zentrales Nervensystem natürlich epistemisch viel ärmer ist als das Pferd. Aber verglichen mit dem Menschen bleiben beide hoffnungslos zurück. Denn der Mensch kann nicht nur Dinge erkennen (das kann ein Pferd auch), er kann auch das, was er erkennt, aufgrund seiner Sprach- und Vernunftbegabung in begriffliche Cluster hierarchisieren und sich darüber Gedanken machen. Die Erkenntnistheorie widmet sich diesem letzten Thema, wenn sie von Platon, über Kant und Hegel bis zu Quine und Davidson die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis systematisch untersucht. Die Vorlesung führt in Grundfragen der Erkenntnistheorie ein. Sie betreffen das „Außenweltproblem“, den Skeptizismus, den Naturalismus und Fragen einer scheinbar unüberwindlichen Kluft zwischen Wissen und Wahrheit.

Methode

Vorlesung mit der Möglichkeit zu Rückfragen.

Voraussetzungen

Keine

Qualifikation

Im Bachelor und Philosophicum wird Erkenntnistheorie im Rahmen der mündlichen Prüfung des Moduls I/4 geprüft. Studierende der weiterbildenden Master können eine mündliche Einzelprüfung ablegen.

Zielgruppe

Studierende im Grundstudium.

Literatur

Einführungen: Richard Feldman, Epistemology. (2002); Markus Gabriel, Die Erkenntnis der Welt. Eine Einführung in die Erkenntnistheorie. (2012); Johannes Hübner, Einführung in die Theoretische Philosophie. (2015) Siehe auch: Dominik Finkelde, Logiken der Inexistenz. (2019). Ebenso empfohlen sind folgende Film-Klassiker: "Matrix" (Wachowski), "Mulholland Drive" (David Lynch), "Blow up" (Michelangelo Antonioni), "Solaris" (Andrei Tarkovsky). In der Vorlesung wird auf sie wiederholt eingegangen.