304 | Dr. Mara-Daria Cojocaru

Grundfragen und Klassiker der Tierethik

Proseminar 2-stdg.
Raum: SR 5
Termine: Donnerstag, 16.15 -17.45 Uhr

BA: III/1

Thematik

Die Tierethik hat sich seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einer ebenso wichtigen wie unbequemen philosophischen Teildisziplin entwickelt. Wichtig ist sie, weil sie auf die zunehmenden Probleme reagieren hilft, die aus menschlichen Praktiken wie der industriellen Nutztierhaltung, der Forschung an Tieren, der Bekleidungsindustrie sowie der Unterhaltung erwachsen. Unbequem ist sie erstens, weil der ethische Minimalkonsens zumindest in einigen Bereichen nahelegt, dass Menschen diese Praktiken durch andere ersetzen sollten, die besser sind insofern sie diese Probleme vermeiden oder zumindest signifikant mildern. Die Tierethik fordert zweitens das Selbstverständnis des Menschen grundsätzlich heraus, welches sich oft genug über die Abgrenzung von (anderen) Tieren definiert hat.

Wie genau diese Probleme philosophisch rekonstruiert und neue Verhältnisbestimmungen von Menschen und (anderen) Tieren entwickelt werden, hängt dabei von dem jeweiligen ethischen Theorieparadigma ab, das zur Anwendung kommt. Mittlerweile finden sich aber in allen maßgeblichen Paradigmen vielversprechende Ansätze, die in der Summe erlauben, kontextsensibel und pluralistisch über tierethische Probleme zu sprechen.

Ziele

In diesem Proseminar lernen die Studierenden ausgewählte Klassiker der modernen Tierethik kennen. Sie erlangen ein solides Grundverständnis sowohl der Pluralität, mit der die Grundfragen der Tierethik gestellt werden, als auch der Konvergenzpunkte der unterschiedlichen Paradigmen. 

Methode

Das Seminar war ursprünglich als Blockseminar geplant, findet aber aufgrund der aktuellen Situation wöchentlich statt. 

Es werden Texte gelesen und darauf aufbauend sind Arbeitsaufträge zu erfüllen.

Hinzu kommen propädeutische Einheiten, die sowohl die gemeinsame Arbeit als auch die individuellen Seminararbeiten fördern sollen. 

Soweit möglich wird es Gruppenarbeiten und Plenumsdiskussionen geben.

Voraussetzungen

Eine grundsätzliche Vertrautheit mit den ausgewählten maßgeblichen ethischen Paradigmen (Utilitarismus, Deontologie, Tugendethik) ist von Vorteil. Die vorbereitende Literatur ist zu lesen. Eine Begeisterung für praxisnahe Fragestellungen hilft. 

Qualifikation

Für den Scheinerwerb werden erwartet: die Erledigung der Arbeitsaufträge und eine ergänzende Proseminararbeit.

Literatur

Zur Anschaffung empfohlen wird Friederike Schmitz, Tierethik, Münster 2017; vorbereitend daraus zu lesen sind S. 1–35.

Weitere Literatur wird auf Moodle bereitgestellt.