302 | Prof. Dr. Barbara Schellhammer, Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr

Kann Philosophie auch Praxis sein? Überlegungen zu einem scheinbaren Widerspruch

Proseminar 2-stdg.
Raum: SR 3
Termine: Dienstag, 14.15-15.45 Uhr (keine Veranstaltung am Pfingstdienstag, 2.06.20)

BA: III/1

Anmeldung erforderlich: bis: 18.4.20 bei barbara.schellhammer@hfph.de und olivia-mitscherlich@hfph.de

Thematik

Im Zentrum des meta-philosophischen Seminars steht das Verhältnis von theoretischem Erkennen und Praxis. Zum einen wollen wir den Status des Philosophierens im Leben diskutieren. Wir wollen uns u.a. mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Inwiefern ist das Philosophieren seinerseits eine spezifische Praxis? Wo, an welchem Ort stehen wir, wenn wir philosophieren? Inwiefern ist das Philosophieren eine spezifische Form menschlichen Lebens? Zum anderen wollen wir uns mit dem Status des Philosophierens für das Leben auseinandersetzen: Welchen Beitrag leistet das Philosophieren für ein gutes, gelingendes Leben? Stellt das Philosophieren eine sozio-kulturelle Lebensform mit genuinen Glücks- und Gelingenspotenzialen dar? Kann das Praktisch-Werden philosophischer Ethik als Anwendung von ethischen Normen aufgefasst werden? Macht Philosophieren tugendhaft, moralisch gut? Soll Philosophie Politikberatung sein? Kann das Philosophieren einen Beitrag zur Bewältigung von politischen Ausnahmesituationen – wie etwa der gegenwärtigen Situation unter den Bedingungen der Corona-Pandemie – leisten? Oder zu Fragen von Flucht, Heimatlosigkeit und dem Umgang mit Fremdem? Zu welchen Formen der Kritik von ethischen und politischen Praktiken befähigt die Philosophie? Diese und ähnliche Fragen sollen im Rahmen des Seminars in Auseinandersetzung von prominenten Positionen der praktischen Philosophie der Gegenwart diskutiert werden.

Ziele

Die Studierenden werden eingeführt in die „praktische“ Seite der Philosophie. Anhand einschlägiger Texte erarbeiten sie sich eine Facetten der Philosophie, die sich durch eine bestimmte Form der Praxis auszeichnet. Sie diskutieren, wie sich Theorie und Praxis zueinander verhalten. Zudem lernen die Studierenden mit Hilfe einiger Leitfragen, sich kurze Auszüge philosophischer Texte zu erschließen und den Inhalt in eigenen Worten wiederzugeben. Sie sind in der Lage, das Besprochene und Diskutierte in einem Protokoll aufzunehmen, um die „story line“ durch die Lehrveranstaltung zu entwickeln und verstehen.

Methode

Die Studierenden erhalten vor jeder Sitzung einen Text, den sie im Selbststudium anhand einiger Fragen vorbereiten müssen. Die Erkenntnisse werden dann zunächst in Kleingruppen untereinander besprochen, bevor die Ergebnisse im Plenum gesichert werden. Weitere Aspekte der Frage, ob Philosophie auch Praxis sein kann und wie das genau beispielsweise in Ethik oder politischer Philosophie aussieht, wird mit allen besprochen. Anstatt eines Referats erarbeiten die Studierenden Protokolle zu jeder Sitzung und werden aufgefordert, diese zu Beginn der neuen Sitzung im Sinne eines „teach backs“ bzw. einer kurzen Wiederholen kurz darzustellen, damit der rote Faden durch die Lehrveranstaltung deutlich wird.

Voraussetzungen

keine

Qualifikation

Proseminararbeit und Protokoll einer Sitzung inkl. kurzes „teach back“ (das schriftliche Protokoll soll auf Moodle eingestellt werden und kann auf die Zeichenzahl der PS-Arbeit angerechnet werden!)

Zielgruppe

B.A., M.A. Ethik und M.A. IB (+ dazugehörige Modulstudiengänge)

Literatur

Die Studierenden erhalten Texte, die gemeinsam gelesen werden, über Moodle.

Weitere Literatur wird im Seminar bzw. zur Bearbeitung eines bestimmten Themas in der Proseminararbeit bekanntgegeben.