304* | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Macht und Politik. Analysen zeitgenössischer Philosophie

Proseminar 2-stdg.
Raum: XX
Termine: Freitags 16:15 - 17:45 Uhr (voraussichtlich als Online-Lehre per Zoom)

BA: III/1

Thematik

Macht als Gewaltform der Herrschaft scheint einem demokratischen Politikverständnis zu widersprechen. Denn wenn Politik der konsensorientierte Prozess ist, sich im Dialog Normen und Werte aufzuerlegen, warum braucht es dann überhaupt Macht als Macht? Ein Grund dafür liegt am Ursprung von Recht, Gesetz und Ordnung. Das erste Gesetz konnte nicht rechtens sein. Dieser illegale Ursprung verfolgt die Politik als Verwaltungsinstanz der Ordnung. Daraus ergeben sich Fragen, denen im Seminar nachgegangen werden soll: Muss Politik ihren Ursprung verleugnen? Muss sie ihn mit Mitteln der Gewalt kaschieren; oder ist eine bestimmte Form der Aufarbeitung möglich und, falls ja, welche Formen bieten sich dafür an? Im Seminar lesen wir Aufsätze von Klassikern zeitgenössischer politischer Philosophie, die sich diesen und daran anschließenden Fragen im Umfeld poststrukturalistischer Theoreme widmen. Zu den behandelten Autoren gehören u.a.: Judith Butler, Christoph Menke, Claude Lefort, Alain Badiou, Jacques Rancière und Ernesto Laclau.

Qualifikation

Bedingung für den Erwerb eines qualifizierten Scheins ist die Übernahme eines kurzen Referats sowie die Anfertigung einer Proseminararbeit.

Zielgruppe

Studierende der ersten beiden Semester sowie Schülerinnen und Schüler der Begabtenförderung an den Gymnasien in Oberbayern-Ost.

Literatur

Alain Badiou, "Ist Politik denkbar?" (Berlin 2010); Oliver Marchart: "Das unmögliche Objekt" (Berlin 2013); Ernesto Laclau, "Emancipations" (London 2007).