420 | Prof. Dr. Andreas Trampota SJ

Recht und Ethik in Kants praktischer Philosophie

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: XX
Termine: Mittwochs 16:15 - 17:45 Uhr

MA-IB: V
Master Ethik: V
BA: III/2
MAkons: III(EG)

Thematik

Im öffentlichen, politischen Bereich sind wir als Menschen auf andere Weise präsent als im privaten, persönlichen Bereich. Darauf haben Philosophen unterschiedlichster Couleur hingewiesen. Trotz vieler Verbindungen und Interferenzen zwischen diesen Lebens- und Erfahrungswelten gibt es eine wichtige Eigenständigkeit der beiden. Das gilt nicht zuletzt auch für die Wertvorstellungen, die in diesen Sphären relevant sind. In der Philosophie der Neuzeit hat sich deshalb im Kontext der praktischen Philosophie die Unterscheidung zwischen Recht und Ethik (Recht und Tugend, Rechtslehre und Tugendlehre) durchgesetzt. Kant hat sie aufgegriffen und auf ein neues Fundament gestellt, auf das Fundament der Freiheit. Und da die Freiheit bei ihm nicht die wilde gesetzlose Freiheit ist, sondern wie bei Rousseau mit Verbindlichkeit einhergeht, hat er versucht, diesen Zusammenhang in einem System von Rechts- und Tugendpflichten zu entfalten. 

Ziele

Im Seminar werden wir uns mit Texten befassen, in denen es um die Verhältnisbestimmung von Recht und Ethik bei Kant geht. Wir beginnen mit der Primärliteratur und diskutieren im Anschluss daran eine Reihe von zeitgenössischen Interpretationsansätzen.

Methode

Kurze Referate und daran anschließende Diskussion

Voraussetzungen

Grundkenntnisse im Bereich der Moralphilosophie und Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Qualifikation

Schriftliche Hausarbeit im Umfang einer Hauptseminararbeit

Zielgruppe

Studierende im fortgeschrittenen Stadium des Philosophiestudiums

Literatur

Immanuel Kant: Metaphysik der Sitten  (Jede Ausgabe, die die Paginierung der Akademie-Ausgabe enthält, kann verwendet werden. Es ist auch möglich, mit der Online-Ausgabe des Bonner Kant-Corpus zu arbeiten: https://korpora.zim.uni-duisburg-essen.de/kant/aa06/)

Bernd Dörflinger, Dieter Hünig, Günter Kruck (Hg.): Das Verhältnis von Recht und Ethik in Kants praktischer Philosophie. Hildesheim: Olms 2017 (Studien und Materialien zur Geschichte der Philosophie).

B. Sharon Byrd, Joachim Hruschka, Jan C. Joerden (Hg.): Jahrbuch für Recht und Ethik 14 (2006). Themenschwerpunkt: Recht und Sittlichkeit bei Kant, Berlin: Duncker & Humblot.

B. Sharon Byrd, Joachim Hruschka, Jan C. Joerden (Hg.): Jahrbuch für Recht und Ethik 16 (2008), Themenschwerpunkt: Kants Metaphysik der Sitten im Kontext der Naturrechtslehre des 18. Jahrhunderts, Berlin: Duncker & Humblot.

Mark Timmons (Hg.): Kant's Metaphysics of Morals. Interpretative Essays, Oxford: OUP 2000.

Lara Denis (Hg.): Kant's Metaphysics of Morals. A Critical Guide, Cambridge: CUP 2010 (Cambridge Critical Guides)

Andreas Trampota, Oliver Sensen, Jens Timmermann (Hg.):  Kant's "Tugendlehre". A Comprehensive Commentary. Berlin/Boston: de Gruyter 2013.

Andreas Trampota: Kants Konzeption der Tugend als Habitus der Freiheit, Baden-Baden: Nomos 2021.

Otfried Höffe (Hg.): Immanuel Kant. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre, Berlin: Akademie Verlag 1999 (Klassiker Auslegen, Bd. 19)

Otfried Höffe (Hg.): Immanuel Kant. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre, Berlin/Boston: de Gruyter 2019 (Klassiker Auslegen, Bd. 58).