421 | Prof. Dr. em. Josef Schmidt SJ

J. G. Fichtes Schrift "Die Anweisung zum seligen Leben" (1806)

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: ##
Termine: Donnerstags 14.15 - 15.45 Uhr

Diese Veranstaltung findet nur statt, solange Präsenzlehre möglich ist; es können keine Hausarbeit geschrieben und keine Leistungspunkte erworben werden.

Thematik

Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) war zunächst (beeinflusst von der Philosophie Spinozas) dem Determinismus zugeneigt. Davon befreite ihn die Kantische (besonders die praktische) Philosophie. Fichte nahm aber auch die kritischen Stimmen gegen Kant in sein Denken auf (etwa G. E. Schulze /Änesidemus oder S. Maimon und F.H. Jacobi). Schon K. L: Reinhold, der Kants Lehre verbreitet hat, bemühte sich, die Kantischen Dualismen zu überwinden. Fichte knüpft an diese Diskussion an und versucht die prinzipielle Einheit des Wissens durch die Überwindung seiner konstitutiven Subjekt-Objekt-Spaltung mittels transzendentaler Argumentation als eine das Wissen stets mittragende reflexive Grundeinsicht zur Evidenz zu bringen. Die oben genannte relativ kurze Schrift von1794 kann als die Programmschrift Fichtes für seine bald darauf folgende „Wissenschaftslehre” wie auch für deren spätere Ausführungen gelten.

Methode

Gemeinsame Lektüre und Interpretation. Die dabei zugrundegelegte Ausgabe: J. G. Fichte, Über den Begriff der Wissenschaftslehre (Reclam 9348).

Literatur

Wilhelm G. Jacobs, J G. Fichte, Berlin 2012; P. Ehlen / G. Haeffner / J. Schmidt, Philosophie des 19. Jahrhunderts, Grundkurs Philosophie Band 9, Stuttgart, 2016; W. Janke, Fichte. Sein und Reflexion, Berlin 1970 (auf weitere Literatur wird im Seminar verwiesen).