421 | Prof. Dr. em. Josef Schmidt SJ

J. G. Fichtes Schrift "Die Anweisung zum seligen Leben" (1806)

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 4
Termine: Donnerstags 14.15 - 15.45 Uhr

Diese Veranstaltung findet nur statt, solange Präsenzlehre möglich ist; es können keine Hausarbeit geschrieben und keine Leistungspunkte erworben werden.

Thematik

„Die Anweisung zum seligen Leben” (1806) ist J.G. Fichtes (1762 - 1814) wichtige Schrift über den Begriff der Religion. Sie fällt in seine sogenannte „Spätphase”, in welcher er seine Lehre vom absoluten Ich aus der „Wissenschaftslehre” von 1794 zu einer Lehre vom Absoluten erweitert, das sich in jenem Ich als „Bild” seiner selbst manifestiert und diesem so seine relative Absolutheit mitteilt. Die schwer zu lesende „Wissenschaftslehre” von 1804, die dazu die theoretischen Grundlagen liefert, wird in der „Anweisung” in gut verständlicher Sprache rekapituliert, um dann darauf aufbauend eine den Vernunftansprüchen der Aufklärung entsprechende Religiosität zu entfalten. Dabei kommt es zum überraschenden Erweis einer Deckungsgleichheit der Begriffe „Vernunft” und „Liebe”.

Methode

Gemeinsame Lektüre und Interpretation. Die dabei zugrundegelegte Ausgabe: J. G. Fichte, Die Anweisung zum ewigen Leben, Meiner-Verlag Hamburg 1983 (Phil. Bibl. 234).

Literatur

Wilhelm G. Jacobs, J G. Fichte, Berlin 2012; P. Ehlen / G. Haeffner / J. Schmidt, Philosophie des 19. Jahrhunderts, Grundkurs Philosophie Band 9, Stuttgart, 2016; W. Janke, Fichte. Sein und Reflexion, Berlin 1970 (auf weitere Literatur wird im Seminar verwiesen).