402 | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Philosophie der Wahrnehmung: von Locke über Hegel bis Merleau-Ponty und Arendt

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 3
Termine: Dienstags 14.15 - 15.45 Uhr

MA-IB: III, V
Master Ethik: III, V
BA: III/2
MAkons: III

Thematik

Die Wahrnehmungsphilosophie deckt große Teile klassischer Grundfragen der Philosophie ab, da sie sich der Bedeutung des ganzen Phänomens sinnlicher Wahrnehmungen im Verhältnis des Menschen zu sich selbst, wie auch zu seiner Umgebung widmet. Im Seminar lesen wir klassische und zeitgenössische Texte zum Thema. Im ersten Teil des Seminars wird Wahrnehmung unter den Bedingungen ihrer Möglichkeit diskutiert im Rekurs auf Texte von J. Locke über G. Berkeley bis zu T. Reid, I. Kant und G.W.F. Hegel. Im zweiten Teil steht die Phänomenologie im Zentrum. In ihrem Namen wird Wahrnehmung u.a. von E. Husserl und M. Merleau-Ponty grundlegend neu bestimmt. Die Perspektive eines vor-objektiven Weltverhältnisses wird entdeckt, wobei neue Eigenschaften wie „Negativität“, „das Unsichtbare“ (Merleau-Ponty) und „Schrecken/Horror“ (Trigg) den Begriff erweitern. Dies hat zur Ausbreitung der Wahrnehmungsphilosophie in neue Bereiche beigetragen, auf die im letzten Seminarteil eingegangen wird: von Gender-studies, über die Soziologie bis zur politischen Philosophie Hannah Arendts.

Methode

Gemeinsame Textlektüre und Diskussion der genannten Werke; Kurzinputs zu Beginn der Sitzung (max. 10 Minuten) inkl. eines zweiseitigen Handouts zu den zentralen Argumenten und möglichen Diskussions-/Kritikpunkten am Text.

Literatur

Lambert Wiesing: "Philosophie der Wahrnehmung. Modelle und Reflexionen", Suhrkamp 2008.