301 | Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Psychoanalyse und Erkenntnis: Von Freud bis Lacan

Proseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 2
Termine: Mittwochs 16.15 - 17.45 Uhr

BA: III/1

Geeignet für Frühstudierende.

Thematik

Das Seminar ist als Einführung in die Philosophie der Psychoanalyse konzipiert und stellt Sigmund Freud und Jacques Lacan ins Zentrum der Sitzungen. Letzterer vertrat eine "Rückkehr zu Freud", um zu korrigieren, was er als Entgleisung von Freuds Intention durch seine Anhänger ansah. Durch sein eigenes Genie erweiterte er Freuds Erbe, indem er sich der strukturalistischen Sprachwissenschaft und Anthropologie bediente, zu denen Freud keinen Zugang hatte, die aber - wie Lacan behauptet - seinem Werk immanent waren. Die Entdeckungen beider Autoren haben fundamentale Auswirkungen auf erkenntnistheoretische Fragen und Fragen politischer Prinzipien. Sie betreffen sowohl die Geist-Welt Beziehung vor dem Hintergrund eines ontologischen Mangels, als auch Fragen über die Quellen von Konflikten und Gruppenkohäsion, den Platz von Vernunft, Wunsch und Fantasie. Zur Einstimmung: https://youtu.be/APGed9yDOr8

Methode

Gemeinsame Textlektüre und Diskussion der genannten Werke; Kurzinputs zu Beginn der Sitzung (max. 10 Minuten) inkl. eines zweiseitigen Handouts zu den zentralen Argumenten und möglichen Diskussions-/Kritikpunkten am Text.

Literatur

Zur Einführung: Sigmund Freud, Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1917), verschiedene Ausgaben: zu empfehlen ist u.a. das Audible Hörbuch; Samuel M. Weber, Rückkehr zu Freud. Jacques Lacans Entstellung der Psychoanalyse (Berlin: 1978); Richard Boothby, Freud as Philosopher. Metapsychology after Lacan (New York: 2001); Jacques Lacan: "Struktur, Andersheit, Subjektkonstitution", hrgs, von Dominik Finkelde (Berlin 2015).