304 | Prof. Dr. Michael Reder

Von Michel Foucault zu Judith Butler: Über Diskurse, Kritik und die Grenzen der Ethik

Proseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 3
Termine: Dienstags 16.15 - 17.45 Uhr

BA: III/1

Geeignet für Frühstudierende.

Thematik

Michel Foucault hat mit seiner kritischen Analyse gesellschaftlicher Diskurse eine neue sozialphilosophische Methode begründet, die bis heute eine enorm wichtige Rolle spielt. Foucault reonstruiert, wie Diskurse menschliches Denken, Sprechen und Handeln prägen. Sie sind oft hintergründige Mechanismen, die in allen drei Richtungen Festlegungen implizieren, was (gesellschaftlich) gedacht, gesprochen und getan werden "darf". Gleichzeitig denkt Foucault auch nach wie solche wirkmächtigen Diskurse kritisiert werden können. Mit diesem Fokus auf Kritik teilt er ein wichtiges Element mit der so genannten kritischen Theorie.

Judith Butler nimmt diese Verschränkung von Diskursanalyse und Kritik auf und fragt u.a. danach, wie sich heute philosophisch sinnvoll über Ethik sprechen lässt. Sie betont das vulnerable Leben, das von Diskursen oft übersehen wird und kritisiert vorschnelle ethische Universalismen, die im schlechtesten Fall sogar zu Gewalt neigen können.

Ziele

Das einführende Seminar will an ausgewählten Texten von Foucault und Butler diese zentrale Strömung der (praktischen) Philosophie des 20. Jahrhunderts rekonstruieren, analysieren und diskutieren. Damit sollen auch Grundkenntnisse über die Philosophie, insbesondere die Sozial- und politische Philosophie, erworben werden. Gleichzeitig soll ein Gespür dafür eröffnet werden, wie auch in vielen aktuellen gesellschaftlichen Diskursen Mechanismen wirken und wie diese philosophisch diskutiert werden können.

Methode

Gemeinsame Textlektüre, Kurzinputs durch Studierende, verschiede Formen der Diskussion

Voraussetzungen

Interesse am Thema

Qualifikation

Kurzinput und Seminararbeit