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Heimat und Heimatlosigkeit. Philosophische Texte zu einem aktuellen Diskurs

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 2
Termine: Freitag, Samstag jeweils10 (s.t.) -16 Uhr, 8./9.12.17, 19./20.01.18

MA-IB: III(VV,PB), V
Master Ethik: V
BA: WP Bildung (auslaufend), III/2, WP Völker (auslaufend), WP Globalisierung (auslaufend)
MAkons: III(EG)

Thematik

„Heimat“ – es gibt in unserer Sprache wenige Begriffe, die derart emotional konnotiert sind, die so vielschichtig verwendet, ja strapaziert werden, derart geliebt und umstritten sind. Das Phänomen, welches damit bezeichnet wird, ist für viele von existentieller Bedeutung – es präge unsere kulturelle Identität, knüpfe und festige Beziehungen, gebe Halt, Geborgenheit und Orientierung. Andere wiederum sehen in dem Begriff „Heimat“ ein überholtes, womöglich gar gefährliches Konstrukt, das die individuelle Freiheit beschränke und Beziehungen erschwere, welche die engen Grenzen überschreiten könnten, die damit gezogen werden. Dementsprechend furchtbar oder fruchtbar erscheint aus diesen Perspektiven der Zustand der Heimatlosigkeit.

Zwischen diesen beiden Polen – die freilich noch radikalisiert werden können – wird seit langem ein spannungsreicher Diskurs geführt, der gegenwärtig in der „flüchtigen Moderne“ (Zygmunt Bauman) mit ihren vielfältigen Migrationsbewegungen, vor allem aber durch die aktuelle Flüchtlingskrise wieder an Brisanz gewonnen hat.

Ziele

Das Seminar eröffnet die Möglichkeit, sich unter verschiedenen Perspektiven mit dieser Thematik zu beschäftigen. Im Zentrum stehen v.a. (sozial-)philosophische Gedankengänge zum Wohnen in der Heimat- und Bodenlosigkeit (Vilém Flusser), zur Forderung nach einer erneuerten Bodenständigkeit (Martin Heidegger), zur Vorstellung, in der Welt zuhause zu sein (Kosmopolitentum) und zu der These, dass Heimat etwas ist, „worin noch nie jemand war“ (Ernst Bloch). Auch die resonanztheoretische Verortung responsiver und repulsiver Erfahrungen mit Heimat(-losigkeit) (Hartmut Rosa) wird vorgestellt und diskutiert.

Methode

Lektüre einschlägiger Texte (v.a. Flusser, Heidegger, Rosa), phänomenologische Strukturanalyse, Bezug zu (inter-)kulturellen Bildungsinhalten (Literatur, Musik, Film), ggf. Kurzreferate

Bitte melden Sie sich zur Vorbereitung auf das Seminar im dazugehörigen Moodle-Kurs an. Den Anmeldeschlüssel erhalten Sie per E-Mail über: thomas.schmaus@alanus.edu.

Voraussetzungen

Vorbereitung des ersten Seminarblocks durch Lektüre und Aufgaben zum Text (siehe Moodle)