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Der Nahostkonflikt aus Gender-Perspektive

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 4
Termine: Dienstag 16.15-17.45 Uhr

MA-IB: III(VV,IE,PB)
BA: WP Völker (auslaufend), WP Kulturelle Zugänge (auslaufend)

Seminar des Rottendorf-Projekts

Thematik

Die Geschlechtergeschichte versteht das Geschlecht als soziokulturelle und mehrfach relationale Strukturkategorie: Männlichkeit und Weiblichkeit besitzen jeweils nur in Bezug aufeinander Erklärungswert. Historikerinnen und Historiker problematisieren das Wissen über soziale Geschlechterunterschiede in der Vergangenheit und die Einflüsse auf Politik, Gesellschaft und Kultur und versuchen dabei nachzuvollziehen, wie Geschlechterhierarchien legitimiert werden. Dieses Seminar widmet sich dieser Problematik im Nahostkonflikt.

Ziele

Anhand der historischen Entwicklung des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert sollen die Geschlechterrollen für Mann und Frau in den zionistischen und arabischen Nationalbewegungen erarbeitet werden. Dabei soll auf Herrschaftsverhältnisse, kulturelle Leitbilder, soziale Praktiken, Körperlichkeit und Identitäten eingegangen werden. Zudem soll die Bedeutung der Rollenbilder vor dem Hintergrund der andauernden Konfliktsituation beleuchtet werden.

Literatur

- Fuchs, Esther (Hg.): Israeli Women’s Studies. A Reader, New Jersey 2005.

- Kimerling, Baruch / Migdal, Joel: The Palestinian People. A History, Cambridge 2003.

- Nira-Yuval, Davis: Geschlecht und Nation, Emmendingen 2001.

- Peteet, Julie: Gender in Crisis: Women and the Palestinian Resistance Movement, New York 1991.

- Shapira, Anita: Israel: A History, Waltham 2012.