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Was fühlt der Homo Oeconomicus? Zur oft unterschätzten Bedeutung der Emotionen für das wirtschaftliche Handeln

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 2
Termine: Freitag, Samstag 09.30-17.00 Uhr 14./15.12.2018, 26.01.2019

Master Ethik: III(WIR)
BA: WP Globalisierung (auslaufend)
MAkons: III(EG)

Anmeldung erforderlich: bis 16.11.2018 unter: thomas.steinforth@hfph.de

Thematik

Das Modell des Homo Oeconomicus wird seit geraumer Zeit hinsichtlich seiner empirischen Fundierung, seiner analytischen Gültigkeit und seiner (oft geleugneten) normativen Wirkungsweise hinterfragt. Kritisiert wird nicht zuletzt die starke Betonung der Rationalität für die Entscheidungen des Homo Oeconmicus, durch welche die Bedeutung von Emotionen und Affekten ausgeblendet werde. Dadurch - so die Kritik - werde der Mensch in gewisser Weise überschätzt wie unterschätzt: Überschätzt werde die Kraft der nüchtern abwägenden Vernunft, sich gegen sinnliche, emotionale und affektive (oft sogenannt "unbewusste") Strebungen durchzusetzen. Die Alltagserfahrung zeige doch, dass wir gerade im ökonomischen Kontext immer auch begehrende, verführbare und impulsive Wesen seien - weit entfernt von der rationalen Entscheidungssouveränität eines Homo Oeconomicus. Unterschätzt würden die Fähigkeit und Bereitschaft des Menschen, seine Eigennutzorientierung nicht zuletzt kraft sogenannter "moralischer Gefühle" wie Mitgefühl, Empathie, Wohlwollen und solidarisches Gestimmt-Sein zugunsten anderer Menschen zu relativieren. Das Seminar will grundlegende emotionsphilosophische Fragen (Was sind überhaupt Gefühle, Emotionen, Affekte, Stimmungen? Was bedeuten sie für den Selbst- und Weltbezug des Menschen, für sein Entscheiden, Handeln und Zusammenleben? Was sind "moralische Gefühle"? Aufhebung von Schein-Alternativen wie etwa "rational" ODER "emotional" ...) verbinden mit der (auch wirtschaftsethisch relevanten) Frage nach der Bedeutung des Fühlens und der Gefühle im ökonomischen Kontext.

Methode

Lektüre und Diskussion ausgewählter Texte zu Konzepten des Homo Oeconomicus, zu emotionsphilosophischen Fragen sowie zur Bedeutung von Emotionen im Kontext der (auch empirischen) Wirtschaftswissenschaft und der Wirtschaftsethik.

Qualifikation

Möglich sind Referate (plus schriftliche Ausarbeitung) oder auch Hausarbeiten ohne Referat im Rahmen der hochschulüblichen formalen Vorgaben. Themen für Referate können bereits im Vorfeld abgestimmt werden, bitte frühzeitige Mail!

Literatur

Wird noch bekannt gegeben.