306 | Prof. Dr. Andreas Trampota SJ

Wie wir das Gute erkennen. Ausgewählte Texte zu Fragen der moralischen Epistemologie

Proseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 4
Termine: Donnerstag 16.15-17.45 Uhr

BA: III/1

Thematik

Die englische Philosophin und Schriftstellerin Iris Murdoch hat in einem Aufsatz geschrieben: "Ethics and epistemology are always closely connected, and if we want to understand our ethics we have to look at our epistemology." Das mag vielleicht etwas technisch anmuten, als solle damit gesagt werden, dass wir die Ethik nur auf der Grundlage eines speziellen erkenntnistheoretischen Wissens verstehen können, das von ein paar Philosophen in ihrem philosophischen Elfenbeinturm verwaltet wird. Aber Murdoch will damit auf etwas äußerst Bodenständiges hinweisen; auf etwas, was wir alle aus eigener Erfahrung kennen. Sie will damit sagen: Wenn wir das menschliche Streben nach dem Guten (im engen moralischen und auch im weiteren außermoralischen Sinne) verstehen wollen, dann müssen wir uns anschauen, wie menschliche Lebewesen dazu kommen, dass sie verstehen, was in ihrem Leben (in der zweifachen Bedeutung) gut ist. Weil dieser erkenntistheoretische Zugang zur ethischen Fragen (speziell für Philosophen, die bekanntlich ein besonderes Interesse an Grundlagenfragen haben) ein besonders fruchtbarer ist, wurde ein eigener Forschungsbereich etabliert, der "moralische Epistemologie" genannt wird. Er geht der Frage nach, wie wir das Gute erkennen. In dem Proseminar werden wir uns intensiv mit einer aktuellen Debatte aus diesem Bereich befassen, in deren Zentrum die Frage steht, ob das moralische Zeugnis eines anderen Menschen zu einer moralischen Erkenntnis und zu moralischem Wissen führen kann? Ist es z. B. denkbar, dass die Tatsache, dass mir jemand (den ich für eine moralische Autorität halte) sagt, dass es moralisch erlaubt ist, jemanden aus Rücksicht auf seine Gefühle anzulügen, meine Überzeugung rechtfertigt, dass es sich tatsächlich so verhält? Einige Philosophen sagen, dass vieles dafür spricht, und andere widersprechen ihnen. Und daraus hat sich sich einer interessante Debatte über grundlegende Fragen des Erkennens und Wissens in ethischen Angelegenheiten entwickelt.

Ziele

Am Leitfaden einer aktuellen Debatte wird in grundlegende Fragen der moralischen Epistemologie und der Ethik eingeführt.

Methode

Kurze Referate und Diskussion

Voraussetzungen

Außer der Bereitschaft, ein kleines Referat zu übernehmen, keine. Die Veranstaltung ist für Studierende am Beginn des Bachelorstudiums. Die Literatur ist themenbedingt ausschließlich Englisch.

Qualifikation

Einen benoteten Proseminarschein bekommt man für eine schriftliche Hausarbeit.

Zielgruppe

Studierende in den ersten Semestern ihres Bachelorstudiums

Literatur

Die Texte, die im Seminar gelesen werden, stehen im Moodle (E-Learning-Bereich) zum Download verfügbar: https://forum.hfph.de/course/view.php?id=340 (Einschreibeschlüssel beim Seminarleiter erfragen: andreas.trampota@hfph.de)