421 | Dr. Andreas Gösele SJ

Eine andere Welt ist möglich? Menschliches Leid, globale Trends und die Forderungen der Gerechtigkeit.

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 2 (am 28.11. in SR 4)
Termine: Donnerstag 18.15 - 19.45 Uhr

MA-IB: III(VV,IE,PB), V
Master Ethik: III(WIR,EdiD), V
BA: III/2, WP Umweltethik (auslaufend), WP Globalisierung, WP Völker (auslaufend), WP Interkulturalität, WP Globalisierung (auslaufend)
MAkons: III(EG)

Thematik

In bewegenden Worten hat Immanuel Kant darauf hingewiesen, dass der Einsatz für die Überwindung menschlich verursachten menschlichen Leids auf die Hoffnung auf die Möglichkeit einer dauerhaften Besserung angewiesen ist:

„Diese Hoffnung besserer Zeiten, ohne welche eine ernstliche Begierde, etwas dem allgemeinen Wohl Ersprießliches zu thun, nie das menschliche Herz erwärmt hätte, hat auch jederzeit auf die Bearbeitung der Wohldenkenden Einfluß gehabt [...] Bei dem traurigen Anblick nicht sowohl der Übel, die das menschliche Geschlecht aus Naturursachen drücken, als vielmehr derjenigen, welche die Menschen sich unter einander selbst anthun, erheitert sich doch das Gemüth durch die Aussicht, es könne künftig besser werden: und zwar mit uneigennützigem Wohlwollen, wenn wir längst im Grabe sein und die Früchte, die wir zum Theil selbst gesäet haben, nicht einernten werden.“ (AA VIII 309)

Im Einklang mit dieser Einsicht steht das Motto „Eine andere Welt ist möglich“ des Weltsozialforums, das seit 2001 vierzehnmal stattgefunden hat und auf dem sich jeweils tausende Vertreter der Zivilgesellschaft treffen, die sich – in der Selbstbeschreibung – „dem Neoliberalismus und Herrschaft der Welt durch das Kapital und jeder möglichen Form des Imperialismus widersetzen“ und nach Alternativen suchen. Das Weltsozialforum ist dem linken, antikapitalistischen politischen Spektrum zuzuordnen, aber angesichts millonenfachen menschlichen Leids und der ökologischen Bedrohung ist die Einsicht in die Notwendigkeit tiefgreifender Transformationen auch im weniger radikalen politischen Mainstream angelangt.

Aber ist eine andere Welt möglich? Um uns davon zu überzeugen, wurden unterschiedlichste, mehr oder weniger radikale Entwürfe eines alternativen Wirtschafts-, Gesellschafts- oder Weltsystems oder wenigsten der Weiterentwicklung der herrschenden Systeme vorgeschlagen. Das Seminar wird der kritischen Auseinandersetzung mit solchen Entwürfen gewidmet sein. Dabei wollen wir die jeweiligen Vorschläge zunächst möglichst gut verstehen und dann kritisch fragen, ob sie tatsächlich eine Verbesserung angesichts der verschiedenen Formen menschlichen Leids und seiner Ursachen erwarten lassen und auch grundlegende sozialethische Anforderungen erfüllen.

Methode

Referate und ausgiebige Diskussion.

Voraussetzungen

Regelmäßige aktive und vorbereitete Teilnahme. Bereitschaft zur Übernahme eines Referats.

Qualifikation

Regelmäßige aktive und vorbereitete Teilnahme, Referat und Seminararbeit.