411 | Prof. Dr. Harald Schöndorf SJ

Kants Staats- und Geschichtsphilosophie

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 3
Termine: Montag 14.15 - 15.45 Uhr

MA-IB: III(VV), V
Master Ethik: V
BA: WP Bildung (auslaufend), III/2, WP Völker (auslaufend), WP Interkulturalität
MAkons: III(EG)

Thematik

Vor allem in einer Reihe kleinerer Schriften legt Kant seine Gedanken zur Geschichts- und Staatsphilosophie dar. Dabei vertritt Kant zum einen die Auffassung, daß die Natur die Menschen durch ihre gegenseitige Konkurrenz dazu bringt, sich ständig weiter zu entwickeln. Andererseits sind die Menschen moralisch dazu aufgefordert, Wohl und Frieden des Menschengeschlechts herbeizuführen. Auf diese Weise entsteht eine nicht immer leicht zu deutende Verknüpfung zwischen einem naturwüchsigen Konkurrenzprozeß und der sittlichen Verpflichtung, zum Fortschritt der Menschen beizutragen. Mit diesen Überlegungen legt Kant den Grundstein für die geschichtsphilosophischen Auffassungen von Hegel und Marx. Ähnlich wie Hobbes und Rousseau rekonstruiert Kant den Ursprung des Staates im Staatsvertrag aller Bürger, und er spricht sich für eine „republikanische“, d. h. repräsentative demokratische Staatsverfassung aus. Auf der internationalen Ebene müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um die Kriege zu überwinden und zu einem Völkerbund und einem „ewigen Frieden“ zu gelangen.

Methode

Referate und Diskussion von Texten, in denen Kant seine Geschichts- und Staatsphilosophie darlegt.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse der praktischen Philosophie Kants

Qualifikation

Hauptseminarschein aufgrund regelmäßiger Anwesenheit und Mitarbeit sowie einer schriftlichen Seminararbeit.

Literatur

Gesamtdarstellungen der Philosophie Kants in einschlägigen Handbüchern und Darstellungen der politischen Philosophie Kants in Werken über die Geschichte der Staatsphilosophie.

K. Weyand, Kants Geschichtsphilosophie. Ihre Entwicklung und ihr Verhältnis zur Aufklärung, Köln 1963.

R. Saage, Eigentum, Recht und Gesellschaft bei Immanuel Kant, Stuttgart u. a. 1973.

O. Höffe, Immanuel Kant, München 1983 (Lesesaal ).

W. Kersting, Wohlgeordnete Freiheit. Immanuel Kants Rechts- und Staatsphilosophie, Berlin/New York 1984.

W. Kersting, Kants Rechts-, Staats- und Geschichtsphilosophie, Hagen 1988.

P. Unruh, Die Herrschaft der Vernunft. Zur Staatsphilosophie Immanuel Kants, Baden-Baden 1993.

P. Kleingeld, Fortschritt und Vernunft. Zur Geschichtsphilosophie Immanuel Kants, Würzburg 1995

T. Kater, Politik, Recht und Geschichte. Zur Einheit der politischen Philosophie Immanuel Kants, Würzburg 1999.