301 | Dr. Olivia Mitscherlich-Schönherr

Philosophie und Liebe. Platons Symposion

Proseminar 2-stdg.
Raum: Seminarraum 5
Termine: Dienstag 14.15-15.45 Uhr

BA: III/1

Thematik

Das Symposion gilt als einer der größten Texte Platons und der Philosophiegeschichte. Es zeichnet sich durch seine verschachtelte, selbstbezügliche Anlage aus.

Im Zentrum des Symposion stehen sieben Reden über die Liebe, die während eines Trinkgelages von den Gesprächspartnern Phaidros, Pausanias, Eryximachos, Aristophanes, Agathon, Sokrates und Alkibiades gehalten werden. Wiederum das Zentrum dieser Reden bildet die Rede des Sokrates. In seiner Rede stellt Sokrates die Liebe als Begehren des Guten und das Philosophieren als höchste Form der Liebe vor. Er erzählt von seiner Unterweisung in das philosophische Lieben durch die weise Diotima. Zugleich bemüht er sich zugleich darum, seine Gesprächspartner seinerseits als philosophischer Lehrer in das Philosophieren einzuführen, und fordert sie dazu auf, ihm nachzueifern.

Die Reden, die während des Gastmahls gehalten wurden, sind ihrerseits in die Reden des Aristoteles und des Apollodoros gerahmt, die sie weitergegeben. Beide sind Schüler des Sokrates und bemühen sich ihrerseits darum, ihre Gesprächspartner in das Philosophieren bzw. das philosophische Lieben einzuführen. Apollodoros dient Platon als ‚alter ego‘, durch das er sich an seine Leser_innen wendet – um uns in das philosophische Lieben einzuführen.

Seinerseits als Einführungstext konzipiert, der die Philosophie der Liebe mit der Philosophie der Philosophie verschränkt, eignet sich das Symposion in ausgezeichneter Weise, um philosophisch ins Philosophieren einzuführen. Im Seminar wird es um Fragen nach unterschiedlichen Formen des Liebens, dem Philosophieren, der philosophischen Freundschaft und textuell vermittelter Freundschaft zwischen Autor_in und Leser_innen gehen.

Ziele

Das Seminar vereint inhaltliche und methodische Ziele. Es soll sowohl in die Philosophie der Liebe und die Philosophie der Philosophie als auch in die hermeneutische Textrekonstruktion und die analytische Begriffskritik einführen.

Methode

Das Seminar ist als Lektüreseminar angelegt. In den wöchentlichen Seminarsitzungen sollen die einzelnen Abschnitte des Textes gemeinsam diskutiert werden.

Vorausgesetzt wird die selbstständige Lektüre der jeweiligen Textanschnitte, die in den wöchentlichen Seminarsitzungen gemeinsam diskutiert werden sollen. Dabei sollen Erschließungsfragen beantwortet werden, die sich auf Moodle befinden.

Auf Moodle findet sich auch ein Wochenplan des Seminars.

Voraussetzungen

Es wird kein Vorwissen und es werden auch keine Griechischkenntnisse vorausgesetzt.

Der Text des 'Symposion' sollte angeschafft werden. Er ist in den Bibliotheken und in unterschiedlichen, preisgünstigen Ausgaben erhältlich.

Qualifikation

Grundlage für einen benoteten Schein ist die Teilnahme an den Seminarsitzungen und die Verfassung einer Hausarbeit. Auf den Umfang der Hausarbeit wird der Umfang von semesterbegleitenden Leistungen angerechnet.

Zielgruppe

Alle Interessierten

Literatur

Christoph Horn (Hg.): Klassiker auslegen: Platon, Symposion, Berlin 2012.