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Gerechtigkeit, Menschenwürde und/oder Effizienz? – (Wirtschafts-)Ethische Perspektiven auf das Gesundheitswesen

Hauptseminar 2-stdg.
Raum: https://raumverwaltung.omoc.de/?bk=hfph&a=1
Termine: Bitte erkundigen Sie sich auf Moodle oder in der Raumplanung, ob und wann die Veranstaltung online oder in Präsenz stattfindet.

MA-IB: V
Master Ethik: III(MEZ,WIR), V
BA: WP Globalisierung, III/2
MAkons: III(EG)

Anmeldung erforderlich: per E-Mail an christian.erk@unisg.ch bis spätestens 18.11.2020.

Thematik

Gesundheit ist ein bedeutendes Gut und eine wichtige Rahmenbedingung für unser aller Leben. Das Gesundheitswesen ist dasjenige gesellschaftliche Subsystem, das sich als komplexes Konglomerat aus Institutionen, Organisationen, Strukturen und Personen der Sicherstellung bzw. der Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung dieses hohen Gutes widmet. Mit knapp 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist das Gesundheitswesen eine der grössten Branchen der Wirtschaft, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Aspekten von anderen Wirtschaftszweigen. Dies nicht zuletzt auch durch aufgrund der vielfältigen und zunehmend komplexen ethischen Aspekte und Spannungsfelder, die den Alltag und Innovationen im Gesundheitswesen unweigerlich begleiten.

Diese Veranstaltung möchte die Studierenden nicht nur mir den Strukturen und Prozessen des Gesundheitswesens, sondern darüber hinaus vor allem mit den (wirtschafts-)ethischen Grundlagen des Gesundheitswesens vertraut machen. Die Veranstaltung bietet den Studierenden somit die Möglichkeit der Reflexion wichtiger individual- und sozialethischer Fragestellungen und Konzepte, die im Hinblick auf die Ausgestaltung des Gesundheitswesens relevant sind. Hierzu gehören unter anderem, aber nicht ausschließlich: Gesundheit/ Krankheit; Leben/ Tod; Rahmenbedingungen, Struktur, Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens; Markt vs. Regulierung im Gesundheitswesen; Rationierung/ Rationalisierung; Ökonomisierung und ökonomische Rationalität; ethisches Handeln; Sozialprinzipien; Menschenwürde; Gesundheit als Recht und/ oder Pflicht (Gerechtigkeit); Umgang mit menschlichem Leben; …

Ziele

Durch die diskursive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionen und die Möglichkeit zur Schärfung der eigenen normativen Positionierung stärkt die Veranstaltung das Verständnis der Studierenden für die allgemeinen und spezifisch (wirtschafts-)ethischen Fragestellungen, die mit dem Management von Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens einhergehen.

Methode

Das Seminar ist als Kombination aus zwei Blockveranstaltungen und dazwischenliegenden kooperativen Online-Sessions angedacht. Je nach Stand der coronabedingten Einreisebestimmungen aus der Schweiz, kann es jedoch sein, dass eine oder beide Blockveranstaltungen nicht in Präsenz, sondern ebenfalls online (über Zoom) durchgeführt werden. Näheres dazu wird den Teilnehmenden zeitnah mitgeteilt

Voraussetzungen

Neben generellem Interesse am Thema und der Bereitschaft sich diskursiv einzubringen (die Veranstaltung lebt von Ihrer Beteiligung, Diskussionen und Interesse am Thema), passive Englischkenntnisse, da gewisse Lektüretexte nur auf Englisch vorliegen. Zudem Anmeldung per E-Mail bis spätestens 18.11.2020.

Qualifikation

Bedingungen für den Erwerb eines qualifizierten Scheins sind neben der aktiven Mitarbeit und kontinuierlichen Teilnahme am Seminar die Einreichung eines Outlines und die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit (28.800 – 43.200 Zeichen). Jeder Seminararbeit muss ein ausgefülltes Formblatt über die selbstständige Verfassung der Arbeit beigefügt sein. Spätester Abgabezeitpunkt für die Seminararbeit ist der 15.03.21; die digitale Abgabe der Seminararbeit ist obligatorisch.

Zielgruppe

Der Kurs richtet sich an alle Studierenden, die sich generell für das Gesundheitswesen und dessen normative Grundlagen interessieren, sei es generell oder weil sie im Gesundheitswesen arbeiten oder sich einen Berufseinstieg in Organisationen der Gesundheitswirtschaft vorstellen können.

Literatur

Die Veranstaltung orientiert sich generell an folgender Literatur: Erk, Christian. Rationierung im Gesundheitswesen. Eine wirtschafts- und sozialethische Analyse der Rationierung nach Selbstverschulden. Berlin/ Boston: de Gruyter, 2015.

Die konkret als Pflichtliteratur zu lesenden Kapitel dieses Buches sowie weitere dem Kurs als Pflicht- oder begleitende Lektüre zugrunde liegende Literatur wird zu Kursbeginn bekanntgegeben.