Das Studium an der Hochschule für Philosophie S.J. München. Ein Rückblick.

Beitrag zu Philosphie & Leben von Alexander Förster

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Als ich vom Gymnasium an die Hochschule für Philosophie kam, war ich etwas unsicher – da gab es den Kanzler mit seinem ehrwürdigen Bart, der den Neulingen bei der Einschreibung zur Seite stand, der gleich mächtig Eindruck auf mich machte. Nicht minder beschäftigte mich die Tatsache, dass hier Jesuiten dozieren. Bald allerdings merkte ich, dass hier ein anderer, ein besonderer Wind weht. Hier fühlte ich mich nicht mehr als unverstandener Außenseiter, sondern erfuhr mich unabhängig meines zugegeben etwas extravaganten Aussehens ernst genommen. Ich durfte die schöne Erfahrung machen, mit meinen existenziellen Fragen und in meiner Wahrheitssuche nicht alleine zu sein. Dafür bin ich dankbar.

In der Vorlesung zur Gotteslehre von Pater Schmidt erkannte ich: Hoppla! So kann man also darüber reden! Vorurteilsfrei, offen und präzise! Auch die leichte anfängliche Skepsis gegenüber den Jesuiten kippte um in großen Respekt und Vertrauen. Mittlerweile darf ich mich glücklich schätzen, einige Jesuiten als Freunden zu begegnen. Manchmal waren es Begegnungen und Beobachtungen im Hof oder im Flur, die mich beindruckten. Der Ausspruch Pater Weissmahrs ist mir gut in Erinnerung: „Im Sein kommt alles überein“. So tief wie einfach, auch wenn dies einiges voraussetzt. Er sagte das mit einem sonnig-weisen, geradezu kindlichen Leuchten.

Anders als in den großen Universitäten ist hier die Nähe zu den Dozenten gewährleistet. Es wird Wert gelegt auf Qualität, auch und gerade jenseits von akademischen Grabenkämpfen. Durch die Reformen an der Hochschule hindurch scheint der wertvolle „jesuitische Geist“ doch gewahrt zu bleiben und weiter zu wirken. In jedem Falle ist das zu hoffen. Die Hochschule und ihre Institutionen leisten einen gewichtigen Beitrag für unsere Gemeinschaft.

Wenn ich an meine Zeit als Tutor und als Mitherausgeber unserer ehemaligen Hochschulzeitschrift zurückdenke, so muss ich sagen, dass auch das Engagement an der Hochschule über das reine Studium hinaus für mich gewinnbringend war.

Interessiert und aktiv war ich immer schon in den klassischen „brotlosen“ Künsten. Und ja, ich kam auch in die Krise. Eine Erfahrung, die allerdings reifen lässt. „Sie stellen immer alles in Frage“ mokierte einmal jemand. Tja, eine „Philosophenkrankheit“... Und es ist nicht zuletzt das philosophisch angereicherte Denken und Schauen, welches sich als unbedingt fruchtbar erweist. So sind wir, die diesen Weg gingen oder noch gehen letztlich nicht nur dazu „verdammt, Philosoph zu sein“, sondern auch damit gesegnet.

Alexander Förster M.A.