407 Prof. Dr. Dominik Finkelde SJ

Einführung in den Poststrukturalismus. Von Saussure zu Derrida und Butler

2-stdg.

Raum: Seminarraum 2

Termine: Montag 16.15-17.45 Uhr

MA-IB: III (IE,PB), V
Master Ethik: V
BA: WP Bildung (auslaufend) , III/2
MAkons: III (EG)

Thematik

Heidegger stellt in „Sein und Zeit“ ein Verständnis von Wahrheit als festlegbare Universalie im Sinne Platons in Frage. Er sieht darin eine die abendländische Philosophie prägende Tendenz, Wahrheit als etwas zu verstehen, das festen Definitionskriterien entspricht. Heidegger legt Wahrheit stattdessen als ein phänomenologisches Geschehen aus. Poststrukturalisten von Jacques Derrida bis Judith Butler knüpfen an dieser Einsicht mal mehr mal weniger direkt an. Ihre Positionen widersetzen sich der zeitgleich mit Heidegger sich entwickelnden analytischen Sprachphilosophie mit Ihren an der Satzform selbst ausgerichteten Prozeduren der Herausarbeitung angeblich zweiwertiger (wahr/falsch) Wahrheitswerte. Bivalenz (wahr/falsch) wird aber für die Poststrukturalisten dem Phänomen von Wahrheit und Bedeutung nicht gerecht. Bedeutung wird für die Poststrukturalisten deshalb als durch das inferentielle Netz der Sprache verstreut verstanden, d.h. die ganze „Signifikantenkette“ entlang und somit als per se instabil. Bedeutung erweist sich notwendig als ausgelagert durch eine Metastruktur, die die Sprache zwar verbürgt und doch von ihr nie ganz abgebildet und eingefangen werden kann. Erkenntnisse der Poststrukturalisten hatten und haben so prägnante Auswirkungen auf Fragen normativer Ordnung, die die Rechtsphilosophie, die Soziologie wie auch auf politische Philosophie von den 1970er Jahren an bis zur Gegenwart betreffen. In dem Seminar lesen wir Texte von: Saussure, Lévi-Strauss, Foucault, Derrida, Lacan, Laclau und Butler. Moodle-Passwort: post_2019

Methode

Einführende Referate (15-20 Minuten) mit anschließender Diskussion.

Literatur

Kurze Einführung auf Englisch: https://www.academia.edu/10172664/Poststructuralism_New_Catholic_Encyclopedia_Supplement_