403* Dr. Mara-Daria Cojocaru, Prof. Dr. Michael Reder

Grenzenlose Normativität? Zeitgenössische Texte zu Moral, Politik und Recht

2-stdg.

Raum: Seminarraum 3; Rottendorf Symposium: Aula

Termine: Mittwoch 16.15-17.45 Uhr, 24.04., 08.05., 15.05., 29.05., 12.06., 19.06.2019; Rottendorf Symposium: Donnerstag 16.05.2019 13.00-21.45 Uhr, Freitag 17.05.2019 08.00-18.00 Uhr

MA-IB: III (VV,IE,PB), V
Master Ethik: V
BA: WP Umweltethik , WP Völker , WP Globalisierung
MAkons: III (EG)

Seminar begleitend zum Rottendorf-Symposium


Thematik

Die Globalisierung ist seit 25 Jahren eines der prägendsten gesellschaftlichen Phänomene. Dies gilt gleichermaßen für Politik und Ökonomie wie für Kultur und lebensweltliche Kontexte. Die Philosophie hat wie viele andere Wissenschaften in vielfacher Weise auf dieses Phänomen reagiert. Das Spezifikum vieler dieser Arbeiten besteht darin, dass sie normative Fragen – nach dem Guten, dem Gerechten, dem Gebotenen oder Verbotenen – im Kontext globaler Problemlagen neu aufwerfen. Dabei bauen viele Ansätze auf bisherigen normativen Paradigmen auf (deontisch, utilitaristisch, eudaimonistisch usw.) und transformieren deren Konzeptionen von Normativität mit Blick auf globale Themen und Probleme neu. Dabei geht es beispielsweise um Fragen globaler Gerechtigkeit, der Universalisiserung von Demokratie oder die normative Begründung globaler Institutionen. Mit Bezug auf die politische Sphäre diskutiert auch die politische Philosophie gegenwärtig intensiv über die Begrenzungen traditioneller Konzepte von Normativität – bis hin zu ihrem ideologischen Charakter, der mit Blick auf konkrete politische Krisen analysiert wird. Zentrale Fragen dieses Themenfelds sind u.a.: Wie lässt sich Normativität in einer globalisierten Welt überzeugend verstehen, kritisieren oder auch begründen? Wie werden die Anpassung und Erweiterung des Normativitätskonzepts angesichts globaler Transformationen argumentativ vollzogen und welche neuen Begründungen und Methoden entstehen? An welchen konkreten Feldern lässt sich diese Entwicklung besonders gut aufzeigen und diskutieren?

Ziele

Das Seminar will ausgewählte Aspekte dieses Themenfeldes anhand zentraler Texte gemeinsam erarbeiten und diskutieren. Damit werden die Studierenden außerdem mit zentralen Fragen gegenwärtiger philosophischer Forschungsliteratur und Debatten vertraut gemacht.

Methode

Lektüre ausgewählter Texte und weitergehende eigenständige Recherchen. Das Seminar wird über Impulsreferate, Kleingruppenarbeit und Plenumsdiskussionen bestritten. Im Kern des Seminars steht zudem die verpflichtende Teilnahme am Rottendorf-Symposion "Normativity Beyond Borders".

Voraussetzungen

Zur Vorbereitung für die erste Seminarsitzung bitte den Text von Forst/Günther (s.u.) vorbereiten!

Qualifikation

Übernahme eines Inputs, Teilnahme an Seminarsitzungen und Symposion, Seminararbeit.

Zielgruppe

Das Seminar ist für alle Studiengänge offen.

Literatur

Rainer Forst/Klaus Günther. Die Herausbildung normativer Ordnungen. Zur Idee eines interdisziplinären Forschungsprogramms. Normative Orders Working Paper 01/2010. urn:nbn:de:hebis:30-80730 Der Rest der Pflichtliteratur wird auf Moodle bereitgestellt; ergänzende Literatur findet sich im Semesterapparat. Philosophie und Widerstand in der Krise: Griechenland und die Zukunft Europas, v. Costas Douzinas, London 2012. Anger and forgiveness: resentment, generosity, justice, v. Martha Nussbaum. Oxford 2016.