204 PD Dr. Barbara Schellhammer

Ringvorlesung "Bildung zum Widerstand"

2-stdg.

Raum: Seminarraum 3

Termine: Montag 18.15-19.45 Uhr

MA-IB: III (IE,PB), V
Master Ethik: V
BA: WP Völker , WP Globalisierung
MAkons: III (RV,EG)

Thematik

In einem Brief an Friedrich Wilhelm III. führt Wilhelm von Humboldt aus, dass es eine „… gewisse Bildung der Gesinnung und des Charakters [gibt], die keinem fehlen darf.“ Dieses Ideal von Charakterbildung ist auch Teil unseres Selbstverständnisses: Studierende sollen in der Auseinandersetzung mit der Philosophie zu Persönlichkeiten wachsen, die ebenso mutig wie gut begründet eigene Überzeugungen vertreten und für diese eintreten. Bundestagspräsident a.D. Dr. Norbert Lammert brachte dieses Humboldt’sche Ideal zum Ausdruck, als er in einer Rede zu Freiheit und Wissenschaft an der Freien Universität Berlin aus deren Gründungsaufruf der Universität zitierte: Es sei Auftrag, dass der oder die Studierende „sich dort im Sinne echter Demokratie frei zur Persönlichkeit entfalten kann und nicht zum Objekt einseitiger Propaganda wird.“ Dass diese Form der Charakterbildung für eine Gesellschaft bedeutsam ist, zeigt nicht nur der Blick in die Geschichtsbücher. In den Jahren 1933 bis 1945 waren es solche Persönlichkeiten, die sich im Widerstand gegen das Naziregime verdient gemacht haben – etwa Sophie Scholl, Carl Friedrich Goerdeler oder Alfred Delp SJ. Auch heute erweist sich Charakterbildung angesichts der Versuchungen von Populismus und seinen scheinbar einfachen Lösungen auf komplexe, globale Fragen als wertvoll. In der Reihe „Bildung zum Widerstand“ fragen wir, wie aus der Charakterbildung die Motivation zum Handeln gewonnen werden kann, die für den Schutz unserer demokratischen Grundordnung und unserer humanistischen Wertüberzeugungen notwendig ist. Weitere Informationen zur Thematik der Vorlesung finden Sie unter: www.hfph.de/widerstand

Ziele

Ziel ist das Nachdenken über die Rolle der Bildung, v.a. auch der philosophischen Bildung, für den Widerstand in einer "wehrhaften Demokratie". Studierende sollen angeregt von Vorträgen, die Bezug nehmen auf die Vergangenheit (v.a. auf die dt. Geschichte von 1933-1945) sowie auf gesellschaftspolitische Herausforderungen der Gegenwart, selbst Position beziehen.

Methode

interdisziplinäre Vorträge mit interaktiven Elementen

Qualifikation

Studierende, die einen Schein erwerben möchten, müssen eine mündliche Prüfung ablegen. Weitere Informationen erhalten Sie bei der ersten Vorlesung am 29.4.19 oder bei barbara.schellhammer@hfph.de.