Kurs entfällt
207* Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

Max Weber als Sozialwissenschaftler und Philosoph

Zusammen mit: Prof. em. Dirk Kaesler (Philipps-Universität Marburg)

1-stdg.

Raum: Seminarraum 2

Termine: Donnerstag 18-20 Uhr, Freitag 8-18 Uhr, 26.10.17, 18-20 Uhr (Vorbesprechung), 14.12., 15.12.17

Master Ethik: III (WIR zusammen mit 104* Wallacher)

- pro philosophia extra: für Mitglieder von pro philosophia e.V. frei -

Thematik

Max Weber (1864 - 1920) hat wie kein anderer das Denken über die Sozialwissenschaften, die Suche nach ihrer Methode und der Objektivität ihrer Aussagen geprägt. Dabei hat er sich von Anfang an immer auch mit philosophischen Fragen beschäftigt, von der Logik über die Erkenntnistheorie bis hin zur Sozialphilosophie. Ohne diesen Hintergrund sind weder seine grundsätzlichen sozialwissenschaftlichen Überlegungen noch seine Studien zur Wirtschafts- wie Religionssoziologie oder zur Politischen Ethik zu verstehen, die auch stets die wechselseitige Verbindung von Politologie, Wirtschafts-, Kultur- und Religionswissenschaften ernst nehmen. Dieses interdisziplinäre Verständnis der Sozialwissenschaften ist lange Zeit vernachlässigt worden, besonders von der Ökonomie und ihrer Standardlehre, welche die politische, sozio-kulturelle und religiöse Dimension der gesellschaftlichen Arbeitsteilung lange Zeit systematisch ausgeblendet hat. Seit einiger Zeit finden diese Verbindungen freilich wieder verstärktes Interesse, gerade auch im Kontext fortschreitender globaler Verflechtungen, wo äußerst verschiedene Varianten von politisch und kulturell-religiös geprägten Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen aufeinander treffen. Will man dies angemessen methodisch erfassen, kommt man an Max Weber und seinem sozialwissenschaftlichen und philosophischen Denken nicht vorbei.

Ziele

Ziel dieser einführenden Vorlesung ist es, einen Einblick in das umfassende Denken und Werk von Max Weber zu gewinnen, besonders was seine Methode und seinen philosophischen Hintergrund angeht.

Methode

Die Vorlesung mit stark interaktivem Charakter findet als Blockveranstaltung am Donnerstag/Freitag 14./15. Dezember 2017 mit einer Vorbesprechung am Do., 26.10., statt und richtet sich an Studierende aller Studiengänge mit einem besonderen Interesse an sozialwissenschaftlichen und wirtschaftsethischen Fragen. Voraussetzungen für Teilnahme: • Kenntnisse der Vorlesung „Einführung in die Wirtschaftsethik“ • Vorbereitung der Einheiten durch Lektüre der jeweiligen Texte • Übernahme einer kurzen These zu einer der Einheiten, in der Anliegen, Methode und kritische Anfrage zu einem der Themen in einem Kurzreferat mit einseitigem Thesenblatt vorgestellt werden. (Vorläufige) Gliederung: Donnerstag, 26.10., 18 Uhr: Einheit 1: Der Lebenslauf von Max Weber und Verteilung der Kurzreferate Donnerstag, 14.12., 18 bis 20 Uhr: Einheit 2: Soziologische Grundbegriffe aus „Wirtschaft und Gesellschaft“ . Webers Entwurf einer verstehenden Soziologie (bis zu seinem Tod 1920 bearbeitet, erschienen 1922) Freitag, 15.12., 8 bis 12 Uhr: Einheit 3: „Die Objektivität sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ (1904), Freitag, 15.12., 14 bis 18 Uhr: Einheit 4: „Politik als Beruf“ (1919)

Qualifikation

Zusammen mit der Vorlesung „Grundlagen der Sozialwissenschaften" kann diese Vorlesung für das Vertiefungsmodul im Modulstudium Wirtschaftsethik sowie im Weiterbildungsmaster Ethik mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik belegt werden.

Literatur

Quellen: Weber, Max: Politik als Beruf [1919]. Nachwort von Ralf Dahrendorf, Stuttgart 1992. Weber, Max: Schriften zur Wissenschaftslehre, hrsg. von M. Sukale. Stuttgart 1991 (darin die Aufsätze „Die Objektivität …“, 21-101, sowie „Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘, 176-237). Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. von J. Winckelmann, Köln 1964 (darin „Soziologische Grundbegriffe“). Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. Vollständige Ausgabe. Herausgegeben und eingeleitet von Dirk Kaesler, München 42013. Max Weber-Gesamtausgabe (MWG), 41 Bde., Tübingen: Mohr-Siebeck, 1984ff. (Bisher noch nicht alle Bände erschienen). Sekundärliteratur: Albert, Gert (Hg.): Das Weber-Paradigma. Studien zur Weiterentwicklung von M. Webers Forschungsprogramm, Tübingen 2003. Heins, Volker: Max Weber zur Einführung, Hamburg 2004. Kaesler, Dirk (Hg.), Aktuelle Theorien der Soziologie. Von Shmuel N. Eisenstadt bis zur Postmoderne. München 2005. Kaesler, Dirk. Max Weber. Eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung, Frankfurt am Main 42014. Kaesler, Dirk: Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie. München 2014. Radkau, Joachim: Max Weber. Die Leidenschaft des Denkens, München 2005. Weiß, Johannes: Max Webers Grundlegung der Soziologie, München 21992.