Alumni im Porträt: Charlotte Altmann

Alumni im Porträt: Charlotte Altmann

Alumni der Hochschule für Philosophie München arbeiten erfolgreich in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Kultur und Kirche. In der Reihe „Alumni im Porträt“ sprechen wir mit ausgewählten Persönlichkeiten über ihre Zeit in der Kaulbachstraße und ihre heutigen Aufgaben.

Mit Charlotte Altmann setzen wir unsere Interviewreihe fort. Sie studierte von 2005 bis 2010 an der Hochschule und schloss ihr Studium mit der Magistra Artium ab. Heute ist sie Team Lead Content Marketing bei der ersten komplett digitalen Krankenversicherung Deutschlands, ottonova.

 

Wie blicken Sie heute auf Ihr Studium an der Hochschule zurück?

Ich wurde häufiger gefragt, ob ein Philosophie-Studium als Berufsausbildung langfristig eine kluge Entscheidung ist – und ich frage mich das in regelmäßigen Abständen selbst. Bisher bin ich immer zu der gleichen Antwort gekommen: Ja. Das Philosophie-Studium hat mich sehr viel mehr gelehrt, als reines „Fachwissen“. Im klassischen Sinne lehrt es das Denken – das scheint mir ziemlich grundlegend.

 

Was nehmen Sie aus Ihrem Philosophie-Studium für Ihre heutige berufliche Tätigkeit mit?

Für mich ist das systematische Herangehen an Fragestellungen und Probleme wesentlich. Der analytische Ansatz der Philosophie bietet mir die Möglichkeit komplexe Sinnzusammenhänge in der Tiefe zu erfassen und nicht bei einem ersten, oft oberflächlichen Argument zu verharren. Die offene Debattenkultur an der Hochschule hat mich sicherlich auch gelehrt, meine Ansichten und Ziele überzeugend vertreten zu können. Und als Team Lead ist mir der Wert des guten Arguments wichtig: Meiner Meinung nach bringen verschiedene Perspektiven und eine offene Argumentationskultur ein Team langfristig weiter.

 

Sie arbeiten bei einer digitalen Krankenversicherung: Welche ethischen Fragen spielen bei Ihnen eine Rolle?

Wir sind in unserer Branche Vorreiter und wollen nicht weniger als die Digitalisierung der Gesundheitsbranche vorantreiben. Dabei wirft die Digitalisierung im Allgemeinen und ganz besonders des Gesundheitsbereichs grundlegende ethische Fragestellungen auf und stellt bestehende Modelle in Frage. Praktische Beispiele im Bereich E-Health sind Themen wie KI, Big Data und Datenschutz. Aber auch Trends wie „New Work“ oder „Digital Detox“ betreffen unmittelbar unser Alltagsleben. Eins ist klar: Wir leben bereits in einem digitalen Zeitalter und wir fragen uns, wie wir in unserer Zeit (gesund) leben wollen. Digitale Produkte und Services im Bereich der Medizin werden uns dabei erheblich unterstützen und bahnbrechende Erfolge erzielen. Auf der anderen Seite stellen uns die zunehmenden Anonymisierungs- und Verdinglichungs- Tendenzen vor die alten Frage: Welchen Wert hat Menschlichkeit? Wie wollen wir leben? Diese großen und kleinen Themen greife ich mit meinem Team auf und möchte für unsere Zielgruppe Impulse setzten.

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